Datum: 27.04.2000 21:22:06 Autor: Hans Guenter ©
Herrn Udo Teichmann


Copyright?
   
Hat ein Forenbetreiber das Recht, beständig das Copyrightrecht anderer zu verletzen, obwohl der dieses durch die Forenstruktur in Form des Copyrightzeichens im Namensheader ausdrücklich unterstützt?

Ich meine, schon die Forenrichtlinien hier, die eine bestimmte Sequenz des Löschens copyright belegter Beiträge vorsieht, scheint mir in sich ein Wiederspruch zu sein.

Ebenso, wie die Löschung der im Erststrang zu diesem Thema veröffentlichten Beitäge, die wohl kaum gegen die hier herrschenden Forenrichtlinien verstossen haben.

Copyright im Internet darf vom Forenbetreiber mit Füßen getreten werden?

Das ist ja auch die Eingangsfrage von Udo Teichmann. Internet eine rechtsfreie Zone? Und der Forenbetreiber als Feudalherr?

Ich meine, so einfach, wie die vielen Plauderer hier sich das vorstellen, ist die gültige Rechtslage keineswegs.

Hätte ich z.B. den gelöschten Erststrang archiviert und an anderer Stelle wieder öffentlich verfügbar gemacht, dürfte ich das nur, wenn ich vorher das Einverständniss aller Copyrightinhaber eingeholt hätte, sprich aller, die in diesem Strang sich zu Wort gemeldet haben. Und selbst dann wäre es fraglich, ob ich nicht die Rechte des CDU-Forums verletzt hätte. Dieses könnte z.B. dann der Fall sein, wenn ich diese Copy des besagten Stranges mit einem einleitenden Kommentar versehe, in der Art "seht nur, die bösen Zensoren der CDU, das haben die alles gelöscht".

Im übrigen wurde das Thema "Löschpraxis im CDU-Forum" schon des öfteren in anderen Foren bemängelt. Und da sind diese Beiträge zum Teil auch noch archiviert und zugänglich. Das sind auch "Privatforen" von Zeitschriftenverlagen. Nur scheinen die den gesetzlich garantierten Rechten des Bürgers mehr verpflichtet zu sein, als eine grosse Volkspartei.

Wie auch immer, in der BRD gilt ja das Prinzip der repräsentativen Demokratie. Da ist ja Bürgers Meinung nicht so gefragt. Die kann dann ja auch in vermeintlich rechtsfreien Räumen ungehemmt von den Beherrschern des Webspace diktiert werden durch dementsprechende Zensur.

Was mir nicht passt, streiche ich aus meinem und dem Bewusstsein anderer. Schliesslich habe ich die Macht und die übe ich nach eigenem Wohlgefallen aus.

Punkt.

Wem das nicht passt, soll sich gefälligst zum Dingsda scheren.

Tja, wie auch immer, das scheint mir irgendwie nicht so recht zu harmonisieren mit dem, was dem Grundgesetz zur Folge eigentlich vertreten werden sollte von einer Partei.

Zumindest die Grundrechte der ihnen anvertrauten Bürger zu garantieren.

Das die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, steht dabei auf einem ganz andern Blatt.

MfG

HG