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Skeptic's Dictionary
 

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Protokolle der Weisen von Zion

    "Die einzige Stellungnahme, die ich zu den Protokollen abgeben möchte, ist, dass sie zu dem passen, was gerade vorgeht. Sie sind sechzehn Jahre alt, und sie haben bis heute zur Lage in der Welt gepasst. Sie passen jetzt auch."
    Henry Ford, 17. Februar 1921. Fords Zeitung (Dearborn Independent) fuhr bis mindestens 1927 damit fort, die Protokolle als Beweis für eine jüdische Bedrohung anzuführen.

    "Bis zu welchem Ausmaß die ganze Existenz dieses Volks auf einer fortlaufenden Lüge basiert, wird auf unvergleichliche Art in den Protokollen der Weisen von Zion aufgezeigt."
    - Adolf Hitler, Mein Kampf. [Übersetzt aus dem Englischen; Originalzitat wird nachgereicht, AdÜ]

Die Protokolle der Weisen von Zion sind eine Fälschung, die in Russland für die Ochrana (die zaristische Geheimpolizei) angefertigt wurde und die Juden für die Missstände im Land verantwortlich macht. Sie wurden zuerst 1897 privat gedruckt und schließlich 1905 veröffentlicht. Abgeschrieben wurden sie aus einem Roman von 1868 ( Biarritz), und in ihnen wird behauptet, ein jüdischer Geheimbund plane, die Weltherrschaft zu übernehmen.

Das Grundgerüst wurde von einem deutschen Romancier und Antisemiten namens Hermann Gödsche errichtet, der unter dem Pseudonym Sir John Retcliffe schrieb. Gödsche stahl den Kern der Geschichte von einem anderen Autor, Maurice Joly, dessen „Dialoge in der Hölle zwischen Machiavelli und Montesquieu" (1864) einen höllischen Plan zum Inhalt hatte, gegen Napoleon III. vorzugehen. Gödsches Eigenleistung war lediglich, Juden als Urheber dieses höllischen Planes der Weltherrschaft einzuführen.

Die Russen nahmen große Teile einer russischen Übersetzung von Gödsches Roman, veröffentlichten sie separat als die Protokolle und behaupteten, sie seien authentisch. Ihre Absicht war politischer Natur: Die Stärkung der Position von Zar Nikolaus II durch die Aufdeckung der „Tatsache", dass seine Gegner mit denjenigen unter einer Decke steckten, die Teil einer gigantischen Verschwörung seien, die Welt zu erobern. Somit sind die Protokolle eine Fälschung eines Plagiats einer fiktiven Textes.

Die Protokolle wurden mehrfach als Fälschung entlarvt: 1921 von Philip Grave, einem Korrespondenten der London Times; von Herman Bernstein in The Truth About "The Protocols of Zion": A Complete Exposure , und von Lucien Wolf in The Jewish Bogey and the Forged Protocols of the Learned Elders of Zion.

Sie wurden in einer Michiganer Zeitung veröffentlicht, die Henry Ford gehörte. Auch nachdem sie als Fälschung bekannt waren, führte Fords Blatt sie weiterhin an. Später verwendete Adolf Hitler die Protokolle als Unterstützung, um seinen Versuch zu rechtfertigen, während des Zweiten Weltkrieges die Juden auszurotten.

Der Protokoll-Schwindel hält auch heute noch mache Leute zum Narren und wird von bestimmten Personen und Gruppen als Ursache all ihres Übels angeführt.

 

Literaturtips (englisch)

Bronner, Stephen Eric. A Rumor About the Jews : Reflections on Antisemitism and the Protocols of the Learned Elders of Zion (St Martins Press,¥ 2000)¥

Cohn, Norman Rufus Colin. Warrant for Genocide; the Myth of the Jewish World-conspiracy and the Protocols of the Elders of Zion (New York: Harper & Row, 1967).

Goldberg, Isaac. The so-called "Protocols of the Elders of Zion"; a Definitive Exposure of One of the Most Malicious Lies in History (Girard, Kansas, Haldeman-Julius Publications, 1936).

Segel, B. W. A Lie and a Libel: the History of the Protocols of the Elders of Zion, Richard S. Levy, translator & editor, (Lincoln, NE : University of Nebraska Press, 1995).

United States. Congress. Senate. Committee on the Judiciary.
Protocols of the Elders of Zion; a fabricated "historic" document; a report prepared by the Subcommittee to Investigate the Administration of the Internal Security Act and Other Internal Security Laws ... Washington, U.S. Govt. Print. Off., 1964.

Wolf, Lucien. The Myth of the Jewish Menace in World Affairs; or, The Truth About the Forged Protocols of the Elders of Zion (New York, The Macmillan company, 1921).

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