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Neue Antibiotika sind gegen Lyme-Borreliose wirksam

28.4.2005

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Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt  a. M.,
Ricarda Wessinghage, 28.04.2005 12:00

Mit Borrelien verseuchte Zecken ab April wieder aktiv

Neue Antibiotika sind gegen Lyme-Borreliose wirksam

Jetzt ab April sind Zecken wieder aktiv. Sie können verschiedene
Infektionserreger auf den Menschen übertragen. Hierbei stellt die
Lyme-Borreliose, die am häufigsten übertragene Krankheit dar. Sie wird
durch eine Gruppe von bakteriellen Erregern, den Borrelien verursacht.
Hierzulande sind etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken mit Borrelien
befallen. "In Deutschland geht man von etwa 60.000 Neuerkrankungen im
Jahr aus", erklärt Privatdozent Dr. Peter Kraiczy, Wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut für Medizinische Mikrobiologie am Klinikum der
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dabei führt nur
etwa jeder 100 Zeckenstich zu einer Infektion mit Krankheitssymptomen.

Neue Antibiotikaklassen wirksam

"Grundsätzlich muss jede Lyme-Borreliose antibiotisch therapiert
werden. Je früher therapiert wird desto sicherer werden Spätfolgen
vermieden", führt Kraiczy weiter aus. In Studien konnte die
Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Klaus-Peter Hunfeld erstmals zeigen,
dass neben Tetracyclinen und beta-Lactamen auch moderne Chinolone und neu
entwickelte Antibiotikaklassen wie die Ketolide in vitro gegen
Borrelien wirksam sind. Diese Antibiotika sind Kandidaten für
weiterführende klinische Therapiestudien. Wie Dr. Hunfeld zusammen mit
Wissenschaftlern aus Slowenien nachweisen konnte, sind solche
Untersuchungen deshalb von großer Bedeutung, weil Borrelien bisher
eingesetzte Therapien durchaus überleben können.

Klinische Diagnostik der Lyme-Borreliose ist oftmals schwierig
Die Symptomatik der Lyme-Borreliose ist ausgesprochen vielschichtig.
Aus diesem Grund ist die Diagnose schwierig. Nach einer Infektion
kommt es in der Regel zu Hautreaktionen, die oft von selbst wieder
verschwinden. Daneben können allerdings auch eine Reihe schwererer
Symptome auftreten, die neben der Haut vor allem das Nervensystem und
die Gelenke betreffen. "Normalerweise gelangen die Borrelien erst nach
längerem Blutsaugen mit dem Speichel der Zecke in den menschlichen
Körper. Wenn eine Zecke vor Ablauf innerhalb von 24 bis 48 Stunden
entfernt wird, ist eine Infektion eher unwahrscheinlich", so der
Mikrobiologe.

"Tarnkappe" der Borrelien erst kürzlich gelüftet

Bereits im Jahr 2000 hatten Mitarbeiter des Institutes für
Medizinische Mikrobiologie in Zusammenarbeit mit deutschen Forschern
herausgefunden, dass manche Borrelien-Stämme der Immunabwehr entgehen,
indem sie sich selbst als menschliche Zellen tarnen. Gemeinsam mit
Kollegen in Heidelberg, Jena und Oxford kam Institutsleiter Professor
Dr. Volker Brade mit seinem Team jetzt noch ein ganzes Stück weiter.
Es gelang die Struktur eines Proteins zu entschlüsseln, das für diese
"Tarnung" zuständig ist. Es sitzt auf der Oberfläche der Borrelien und
bindet ein menschliches Eiweiß (Faktor H), dass normalerweise
körpereigene Zellen vor einem Angriff der Immunabwehr schützt. So ist
der Erreger nicht mehr als körperfremd zu erkennen. Neuere
Behandlungsstrategien könnten darauf zielen, diese Tarnkappe unwirksam
zu machen, d.h. die Bindung von Faktor H an das jetzt identifizierte
Borrelienprotein zu verhindern.

Originalpublikationen:

Hunfeld KP, Ruzic-Sabljic E, Norris DE, Kraiczy P, Strle F.: In vitro
susceptibility testing of Borrelia burgdorferi sensu lato isolates
cultured from patients with erythema migrans before and after
antimicrobial chemotherapy. Antimicrob. Agents Chemother. 2005, Vol
49, No 4, p. 1294-1301.

Frank S. Cordes, Pietro Rovesi, Peter Kraiczy, Markus M. Simon, Volker
Brade, Oliver Jahraus, Russel Wallis, Christine Skerka, Peter F.
Zipfel, Reinhard Wallich and Susan M. Lea: A novel fold for the factor
H-binding protein BbCRASP-1 of Borrelia burgdorferi. Nature Structural
& Molecular Biology, 2005, Vol 12, No. 3, p. 276-277.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Volker Brade
Priv.-Doz. Dr. Klaus-Peter Hunfeld
Priv.- Doz. Dr. Peter Kraiczy
Institut für Medizinische Mikrobiologie
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon        (0 69) 63 01 - 50 19
Fax        (0 69) 63 01 - 8 34 31
Internet  http://www.kgu.de/zhyg/microbio

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
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