19.9.2002
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Paul-Ehrlich-Institut (Federal Agency for Sera and Vaccines), 19.09.2002
Bald an die Grippe-Schutzimpfung denken - wichtig auch für Beschäftigte
im Gesundheitswesen
Gemeinsame Pressemitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert
Koch-Instituts
Alle gefährdeten Personen sollten sich in den nächsten Wochen und
Monaten gegen die Virusgrippe impfen lassen. Eine besondere Gefährdung
stellt eine Infektion mit dem Influenzavirus für Personen mit bestimmten
Grundleiden und für ältere Menschen dar. Wichtig ist die
Influenza-Impfung aber auch für Personen in Einrichtungen mit
umfangreichem Publikumsverkehr.
Alle gefährdeten Personen sollten sich in den nächsten Wochen und
Monaten gegen die Virusgrippe impfen lassen. Eine besondere Gefährdung
stellt eine Infektion mit dem Influenzavirus für Personen mit bestimmten
Grundleiden und für ältere Menschen dar. Bei ihnen kommt es im
Krankheitsverlauf häufig zu Komplikationen wie bakterielle
Lungenentzündungen, die tödlich enden können. Wichtig ist die
Influenza-Impfung aber auch für Personen in Einrichtungen mit
umfangreichem Publikumsverkehr. "Obwohl in Krankenhäusern, Altenheimen
oder Arztpraxen ein erhöhtes Risiko besteht, selbst an der Virusgrippe
zu erkranken und durch eine Infektion die Patienten dieser Einrichtungen
zu gefährden, ist ein viel zu geringer Teil der Beschäftigten im
Gesundheitswesen gegen Influenza geimpft", betont Reinhard Kurth,
Präsident des Robert Koch-Instituts.
In diesem Herbst hat die Arbeitsgemeinschaft Influenza, deren
Gesamtprojektleitung beim Robert Koch-Institut liegt, eine neuerliche
Initiative gestartet, mit dem Ziel einer stärkeren Verbreitung der
Influenza-Impfung bei medizinischem Personal. Die Initiative wird wie im
Vorjahr von wesentlichen Verantwortungsträgern im Gesundheitswesen
mitgetragen. Ende September erhalten die Betriebsärzte der deutschen
Krankenhäuser und die Leiter von Alten- und Altenpflegeheimen ein
Aktionspaket: Poster, Handzettel, eine umfangreiche Vortragspräsentation
zu Influenza, zehn Anregungen für Aktivitäten und Textbausteine für
Beschäftigten-Mailings sollen dazu dienen, die Mitarbeiter über die
einfache Schutzmöglichkeit für sich selbst und ihre Patienten zu
informieren und zur Influenza-Impfung zu motivieren. Diese Materialien
sind auch auf den Influenza-Seiten des Robert Koch-Instituts abrufbar
(Internet-Adresse s.u.).
Die Influenza-Impfung sollte möglichst schon im Oktober oder November
durchgeführt werden, da die meisten Krankheitsfälle zwischen Dezember
und April auftreten. Nach der Impfung benötigt das Immunsystem zwischen
sieben und 14 Tagen, um einen vollständigen Immunschutz aufzubauen.
Angst vor schweren Nebenwirkungen braucht niemand zu haben. "Die heute
verfügbaren Grippeimpfstoffe sind gut verträglich. Zudem kontrolliert
das Paul-Ehrlich-Institut jede Impfstoff-Charge und gibt sie erst dann
zur Anwendung frei." erklärt Johannes Löwer, der Präsident des
Paul-Ehrlich-Instituts. Auch die Angst, durch die Impfung erst an
Influenza zu erkranken, ist unbegründet: "Influenza-Impfstoffe können
auf keinen Fall selbst eine Virusgrippe auslösen, da es sich um
inaktivierte Impfstoffe handelt, die nur Teile des Erregers enthalten",
betont Johannes Löwer. Wichtig sei jedoch zu beachten, dass eine
Influenza-Impfung nicht gegen die von anderen Erregern verursachten
Erkältungskrankheiten mit grippeähnlichen Symptomen schützen kann.
Bis Anfang September konnte das Paul-Ehrlich-Institut mehr als zwölf
Millionen Dosen Grippeimpfstoff freigeben, so dass die Impfung nun
jederzeit möglich ist. Für die Impfsaison 2002/2003 hat das
Paul-Ehrlich-Institut Änderungsanzeigen für 13 Impfstoffe genehmigt, die
die von der Weltgsundheitsorganisation WHO empfohlene
Stammzusammensetzung enthalten:
- ein A / New Caledonia / 20 / 99 (H1N1)-ähnlicher Virusstamm
(Reassortante IVR-116)
- ein A / Moscow / 10 / 99 (H3N2)-ähnliches Virus
(Reassortante RESVIR 17?
abgeleitet von A / Panama / 2007 / 99)
- ein B / Hong Kong / 330 / 2001-ähnlicher Stamm B / Shangdong / 7 / 97
oder B / Hawaii / 10/2001).
Die Impfstoffe sind für Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat
geeignet. Allerdings wird bis zum vollendeten 35. Lebensmonat eine
reduzierte Dosis verwendet. Auch in dieser Saison stehen zwei spezielle
(durch sogenannte Adjuvantien verstärkte) Impfstoffe für Menschen zur
Verfügung, die älter als 65 Jahre sind.
Die aktuelle Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs empfiehlt die WHO,
diese Empfehlung wird für Europa durch die Kommission der europäischen
Gemeinschaften bestätigt. Die dazu notwendigen Informationen werden von
Referenzlaboratorien aus fast allen Ländern der Erde bezogen, die ihre
Analysen zu zirkulierenden Influenzaviren an die WHO melden. Die
Laboratorien für Deutschland befinden sich im Robert Koch-Institut und
im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover.
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt
die Influenzaimpfung für
- Personen über 60 Jahre,
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher
Gefährdung infolge eines Grundleidens - zum Beispiel chronische
Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten und Diabetes und
andere Stoffwechselkrankheiten, Immundefizienz, HIV-Infektion -
sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen,
- Personen mit erhöhter Gefährdung, zum Beispiel medizinisches Personal,
Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr, sowie
Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute
ungeimpfte Risikopersonen fungieren können.
Ältere Menschen und solche mit Grunderkrankungen sind nicht nur durch
Influenzaviren gefährdet, sondern auch durch Pneumokokken, wichtige
Erreger von Lungenentzündung und Hirnhautentzündung. Für diesen
Personenkreis empfiehlt die STIKO daher zusätzlich eine
Pneumokokkenimpfung. Der Impfschutz gegen Pneumokokken muss nur alle
sechs Jahre erneuert werden und kann dann gleichzeitig mit der
Influenza-Impfung erfolgen.
Weitere Informationen finden Sie unter den unten angegebenen
Internet-Adressen (Online-Fassung mit weiterführenden Links, Liste
zugelassener Influenza-Impfstoffe, Influenza-Seiten des Robert
Koch-Instituts)
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.pei.de/pm/2002/4_2002.htm
http://www.pei.de/professionals/fluimpf_2002.htm
http://www.rki.de/INFEKT/INFLUENZA.HTM
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Dr. Susanne Stöcker
Tel. : 06103-771030
Fax : 06103-771262
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Aribert Deckers