Ich muß am Anfang sagen, daß ich von der Zahnmetall-Problematik
bis August 1999 nichts gewußt habe. Ich wußte nur, daß
Amalgamfüllungen nicht gut sind. Welche Beschwerden damit zusammenhdngen
können, habe ich zufdllig durch das Internet erfahren. Bis zu dem
Zeitpunkt glaubte ich eher an eine rheumatische oder nervliche Erkrankung.
Ich habe versucht, eine zeitabhängige Auflistung zu erstellen.
- 1992:
Austausch von Amalgamfüllungen durch Kunststoff (Schwangerschaft).
Ab dem Zeitpunkt keine neuen Amalgamfüllungen. Fast alle
Kunststoff-Füllungen im Backenzahnbereich waren ursprünglich
Amalgamfüllungen (ca 12). Von 1992 bis heute sind zwischendurch immer
wieder Amalgamfüllungen durch Kunststofffüllungen ausgetauscht
worden. Die genauen Termine kann ich bis auf das Jahr 1999 nicht mehr
nachvollziehen.
- Seit 1992:
trockene Augen und häufige Bindehautentzündungen (siehe
Anhang), am Morgen oft milchigen Film auf dem Auge und milchige
Absonderungen.
Kontaktlinsen, die ich seit meinem 13. Lebensjahr immer getragen habe,
vertrage ich nicht mehr. Diesen Zusammenhang sehe ich erst seit einem Monat.
Ich habe es zwischendurch immer wieder versucht, aber es ging nicht.
Ich fange an, Schlafzuwandeln. Ich mache in der Nacht Dinge, z.B. Kochen,
Frühstück, ohne mich am Morgen daran zu erinnern.
- Oktober 1992:
Ausbohren einer großen Amalgamfüllung im linken
Backenzahnbereich, Aufsetzen einer Gold-Silber-Palladium-Krone (Stabilo NF4)
im direktem Anschluß. Diese Krone schmerzte immer und ich war
häufiger damit beim (Zahnarzt), ohne Befund. Bis heute spüre ich
diese Krone deutlich. Ich erzähle ihm von der Nickelallergie und frage
nach Zusammenhängen, die aber nicht bestätigt werden. Ich verwerfe
den Gedanken.
Es befinden sich zu dem Zeitpunkt eine Amalgamfüllung links neben und
eine direkt über der Krone.
- 1997:
Einsatz von Kronen auf 5 Frontzähnen (Platina AM 87) durch den
Zahnarzt.
Meine Frontzähne hatten Kunststofffüllungen. Der Zahnarzt sagt mir,
daß demnächst keine Keramikverblendungen mehr von der Krankenkasse
bezahlt werden würden, es sei also nun der beste Zeitpunkt. Ich willigte
ein.
- 1997/1998:
ständig Bronchitis und Schnupfen; ständige
Müdigkeit; Reizhusten; Halsschmerzen.
Erste Anzeichen von Metallgeschmack im Sommer 98; starker Zungenbelag
Häufiges Herzjagen und Herzstolpern.
Außerdem leide ich unter chronischem Blähbauch, Leute fragen mich,
ob ich wieder schwanger sei.
Anfang Februar 1998 bin ich mit einer akuten Dünndarmentzündung im
Krankenhaus (). Die Ärzte bemühen sich sehr, können aber
nichts finden. Zwei Wochen vorher war ich beim Zahnarzt.
- 1998/1999:
Über mehrere Wochen plagen mich Halsschmerzen. Zwei HNOs
fanden bis auf eine trockene Mundschleimhaut und belegten Stimmbändern
nichts.
Ständiges Zungenbrennen und weißer Belag auf der Zunge. Am Morgen
ist das Brennen weniger stark, aber im Laufe des Tages wird es
unerträglich.
Häufige Zahnarzttermine wegen Zahn- und Kieferschmerzen an
wurzelbehandelten Zähnen im linken Backenzahnbereich. Ein weitere
Zahnarzt kann auf den Röntgenbildern nichts finden.
Ich vermute ein nervliches Problem und überlege, zu einem Neurologen zu
gehen. Es folgt mein erster Besuch beim Neurologen. Die Gesichtsnerven
scheinen o.k. zu sein. Er fragt nach seelischen Problem, aber die habe ich
eigentlich nicht. Ich habe eine nette Familie, ein Haus mit Garten, eine
gesicherte Arbeitsstelle und keine finanziellen Probleme.
- 06.03.1999:
Ausbohren einer Amalgamfüllung links direkt neben der
Backenzahnkrone. Kurze Zeit später hatte ich in großen
Geschäften und beim Autofahren das Gefühl, ohnmächtig zu
werden. Fremdgeräusche sind unerträglich laut.
Bis heute Schmerzen im linken überkronten Schneidezahn und an dem
überkronten Backenzahn. Auf dem Röntgenbild ist nichts zu sehen.
- 22.04.99:
Ich denke, daß alles vielleicht vom Nacken kommt, denn der
schmerzt auch. Ich gehe zum Orthopäden: Probleme im HWS-Bereich.
Diagnose: Wirbelblockaden. Daraufhin Akkupunktur und Krankengymnastik. Es
tritt aber wenig Besserung ein. Ich denke über Rheuma nach und suche
dort einen Zusammenhang zu meinem Mundbrennen.
- 08.06.99:
Wieder zum Neurologen: Furchtbare Zahn- und Nackenschmerzen. Er hat
keine Erklärung. Das EEG ist völlig normal. Er verschreibt mir
Antidepressiva. Nach zweiwöchiger Einnahme hatte ich das Gefühl,
die Herrschaft über mich selbst zu verlieren. Ich habe das Medikament
sofort abgesetzt.
- 15.06.99:
Beim Rheumatologen: HLA B27 positiv, aber laut CT kein Bechterev.
- 02.07.99:
Eine sehr große Amalgamfüllung, welche sich direkt
oberhalb der Backenzahnkrone befindet, zerfällt und wird vom Zahnarzt
durch Kunststoff ersetzt.
- 07.07.99:
Urlaub auf Sardinien. Ich mache meine Familie verrückt, weil
ich als Beifahrer im Auto Panikattacken bekomme. Ich sterbe mit jeder Kurve.
(Eigentlich bin ich leidenschaftliche Autofahrerin.)
- Ende Juli 1999:
Ohrgeräusche links. Ich bin mir nun sicher, es liegt an
meinen Zahnmetallen/ Füllungen.
- 10.08.99:
Beim Allergologen: Ich frage nach einem Zusammenhang meines
Brennens im Mund und mittlerweile auch in den Bronchien, dem Zungenbelag und
meinen Zähnen. Ich hoffe auf einen Allergietest, er schließt eine
Allergie aus, da keine Zahnfleischrötung, aber er macht einen Soortest,
welcher negativ ist.
Seit einiger Zeit habe ich eine Verdickung in der Zunge. Ich stelle
plötzlich fest, daß die Zunge genau an dieser Stelle an einer
großen Amalgamfüllung liegt. Ich weiß nicht, warum die Zunge
an dieser Stelle dick ist. Ich gehe zu Dr. P. und frage nach Nickel in der
Amalgamfüllung. Frau Dr. P., ebenfalls Zahnärztin, versichert mir,
daß Nickel enthalten sei. Ich frage nochmals Dr. S. Der meint,
daß das nicht möglich sein kann.
- 24.08.99:
Der Neurologe überweist mich zur Kernspintomographie des
Kopfes. Der Hauptbefund ist o.k., der Nebenbefund weist auf Schwellungen am
Boden der Kieferhöhlen. Eigentlich bin ich nicht mehr erkältet als
sonst.
Er meint es könne auch vom Kiefergelenk kommen und überweist mich
zum Kieferorthopäden. Der Kieferorthopäde sagt, daß er
für das Kiefergelenk nicht zuständig sei und daß ich zu
meinem Zahnarzt gehen solle. Mein rechtes Kiefergelenk knackt
tatsächlich schon seit einiger Zeit.
- 27.08.99:
Meine Tochter M. ist Patientin bei einem weiteren HNO und
Umweltmediziner. Bei einer Kontrolluntersuchung von M. frage ich ihn
nach einer möglichen Amalgambelastung. Er erzählt mir, daß er
sich mit dem Problem beschäftigt hat und eine Fortbildung auf dem Gebiet
der Elektroakupunktur gemacht hat. Er macht bei mir eine Messung nach Voll
unentgeltlich auf privater Ebene und schreibt mir für die Krankenkasse
eine Bescheinigung über den Bestand einer Amalgambelastung. Diese
Bescheinigung reicht der Krankenkasse zum Austausch der restlichen
Amalgamfüllungen allerdings nicht aus .
- 31.08.99:
Ich gehe wieder zum Allergologen, da ich erfahren habe, daß
die Krankenkasse nur bei Amalgamallergie die Kosten eines Austausches
übernimmt. Er macht keinen Allergietest, sondern einen zweiten Soortest,
welcher wieder negativ ist. Dr. L. sagt, an dem Belag könne er erst
etwas machen, wenn sich daraus behandlungsfähige Objekte wie z. B.
Geschwüre entwickelt haben.
- September 1999:
Über die Vergiftungszentrale in Bonn, für die es
allerdings eine chronische Quecksilber-Vergiftung nicht gibt, erfahre ich
trotzdem die Adresse der Selbsthilfegruppe Initiativgruppe Zahn und
Gesundheit in Hattingen. Die Vorsitzende nennt mir Zahnärzte in Bochum,
die sich mit der Amalgamproblematik befassen. Ich werde Mitglied des Vereins.
- 21.09.99:
Beim Lungenarzt: Er macht einen Allergietest auf Zahnmetalle und
eine Lymphozyten-Differential-Analyse. Der Allergietest bestätigt leider
nur die Nickelallergie.
Allerdings waren die Testsubstanzen nur 24 Stunden auf der Haut. Ich habe
aber gehört, daß der Test über sieben Tage laufen müsse.
Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen sind im Anhang. Die Untergruppen der
Lymphozyten sind stark reduziert, es besteht also eine zellulare
Abwehrschwäche.
Er schlägt mir vor, die Blutuntersuchung nach einer Zahnsanierung zu
wiederholen.
Ich stelle fest, daß das Zungenbrennen von den Lebensgewohnheiten
abhängt. Es wird erheblich schlimmer durch den Verzehr eines Apfels oder
Trinken von Limonade.
Seit Anfang September nehme ich sicherheitshalber Zink-, Selen-,
Bärlauch- und Chlorellaalgentabletten und später auch Captimer ein.
Ich verzichte auf auf das Kaugimmikauen (was ich früher den ganzen Tag
getan habe) und auf saure Getränke oder Speisen.
Ansonsten nehme ich noch L-Thyroxin (75) und Iodidtabletten gegen meine
Schilddrüsen-Unterfunktion, welche seit 1987 bekannt ist, ein.
- Oktober 1999:
Ich habe das Gefühl, daß es ein wenig bergauf geht.
Die Blähungen sind weniger geworden und aus den Augen kommt auch nichts
Milchiges mehr. Auch die Schmerzen in der HWS haben nachgelassen. Ich
führe das darauf zurück, daß seit März bzw. Juli 1999,
also länger als 3 Monate, die zwei großen an der Backenzahnkrone
angrenzenden Amalgamfüllungen heraus sind und ich die oben genannten
Medikamente einnehme.
- 01.10.1999:
Mein erster Termin beim ganzheitlicharbeitenden Zahnarzt. Ich
fülle einen Fragebogen aus und muß die meisten der
aufgeführten Beschwerden bejahen. Es findet ein Beratungsgespräch
statt. Es werden Röntgenbilder angefertigt (Panoramaaufnahme) und
Abdrücke für eine Beißschiene wegen meines Kieferknackens
gemacht.
- 08.10.1999:
Dieser Zahnarzt paßt die Beißschiene an. Er sieht
Schatten an den wurzelbehandelten Zähnen auf dem Röntgenbild.
Zuerst will er aber die Amalgamfüllungen entfernen. Er mißt den
Ionenstrom an Füllungen und Kronen und stellt dabei fest, daß von
den Amalgamfüllungen ein Ionenstrom ausgeht.
- 12.10.1999:
Die große Amalgamfüllung rechts oben wird entfernt mit
langsamen Bohrer und Spezialsauger.
Das Loch wird mit Zement versorgt.
Zwischendurch erzähle ich unserer Kinderärztin von dem
Amalgamausbohren in meiner Schwangerschaft mit M.. M. ist bis heute
sehr infektanfällig und hat schon so manche Antibiotikaflasche bekommen.
Außerdem hatte sie als Baby Neurodermitis. Die Kinderärztin ist
sehr hellhörig und fragt mich nach Lese-Material. M. bekommt nun
täglich ebenfalls Zink, Selen, Bärlauch und Chlorellaalgen.