Masern: tödliche Konsequenz SSPE

Elfjähriger ringt mit Tod


17.05.2005

Masern sind eine Krankheit mit einem nicht geringen Todesrisiko: ca 1:500 - 1:1000 gleich bei der Erkrankung, und zwar durch Folgeerscheinungen wie Masern-Encephalitis.

Es gibt eine weitere Folge von Masern, die IMMER tödlich ist: SSPE.

Die Wahrscheinlichkeit von SSPE wird zur Zeit vermutet bei 1:3000 Erkrankungen.


Im Herbst 2002 lag in Bremerhaven ein Mädchen mit SSPE im Sterben. Es siechte dahin und starb am 1.4.2004.

Auch in Nürnberg gab es 2002 einen Fall von SSPE. Die "Nürnberger Nachrichten" veröffentlichten am 21.12.2002 einen Bericht von Wolfgang Heilig-Achneck.
(http://www.ariplex.com/ama/ama_sspe.htm)

Im April erhielt ich einen Hilferuf aus der Türkei: Ein Junge liegt mit SSPE im Sterben. Ich habe den Hilferuf an Ärzte weitergeleitet.

Patrick Schmidt aus Linz ist inzwischen das vierte Kind, von dem ich persönlich erfahre. Inzwischen weiß man in Deutschland von rund 120 Fällen von SSPE... Das sind 120 tote Kinder!

Die Oberösterreichischen Nachrichten haben mir freundlicherweise erlaubt, ihren Artikel über Patrick Schmidt hier wiederzugeben.

Aribert Deckers


Web-page: http://www.ariplex.com/ama/ama_ssp2.htm
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Original-URL: http://www.nachrichten.at/lokal/357870


OÖNachrichten vom 14.5.2005, lokal

Elfjähriger ringt mit Tod

von Martin Rohrhofer

Vater kämpft um Pflegehilfe LINZ. Patrick kann nicht mehr reden, muss künstlich ernährt werden, braucht Sauerstoff und Morphium. Der Elfjährige, der seit drei Jahren unter der seltenen Masern-Komplikation SSPE leidet, steht kurz vor dem Tod.

Sein Vater sucht verzweifelt eine geeignete Pflegehilfe. Dem elfjährigen Patrick Schmidt aus Linz sind nur noch wenige Wochen oder gar nur Tage zum Leben vergönnt.
Dann hat das qualvolle, jahrelange Leiden ein Ende.

Bis zu seinem achten Lebensjahr war Patrick noch ein aufgeweckter, lebenslustiger Bub, so wie jedes andere Kind auch. Bis eines Tages ganz schleichend die tödlich verlaufende Masern-Komplikation "subacut sklerosierende Panencephalitis (SSPE)" ausbrach.

"Patrick dürfte sich als Säugling bei der Masernepidemie 1995 bzw. 1996 als noch ungeimpfter infiziert haben", vermutet sein Vater Erwin Schmidt.

Eine Rettung gibt es für Patrick nicht mehr. Bei der chronisch verlaufenden Gehirnentzündung stirbt das Gehirn langsam ab.

In Linz ist Patrick wohl der letzte, der mit SSPE noch lebt. Drei Jahre schon pflegt sein Vater ihn aufopfernd daheim.

Da der fast 12-Jährige unter einer ausgeprägten spastischen Tetraparese und Epilepsie leidet, über eine Sonde ernährt, täglich gereinigt und umgebettet werden muss, ist die Betreuung äußerst aufwändig. Da zudem der allein erziehende Vater nach einem Arbeitsunfall selbst zu 80 Prozent behindert ist, wurden ihm insgesamt 70 Pflegestunden im Monat durch eine mobile Pflegehilfe bewilligt.

"Das Problem ist, dass es nicht einmal 50 Stunden sind, in denen ich Hilfe bekomme. Und wenn jene Pflegerin, die ihre Arbeit perfekt macht, krank wird oder auf Urlaub ist, dann gibt es entweder gar keine Vertretung, oder es werden mir Leute geschickt, die unbrauchbar sind, die Kreuzweh haben und meinen 40 Kilo schweren Buben nicht heben können", klagt Erwin Schmidt.

"Wir haben Herrn Schmidt schon so viele Leute angeboten, aber wenn er uns alle ablehnt, was sollen wir tun?", sagt Wilma Deutsch, Leiterin der Miteinander GmbH, "außerdem darf unser Pflegepersonal bestimmte Aufgaben gar nicht machen."

Patrick (11) heute (li.) und als Gesunder vor drei Jahren Fotos: privat

OÖNachrichten vom 14.05.2005

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