5.9.2003
Im Internet findet man auch Dinge, die gedruckt werden. Leider. Leider gedruckt und leider im Internet. Dinge, die weitab jeglichen Verstandes sind, Dinge, die schlichtweg eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Dinge, die von einer Zeitung verbrochen werden. Entsetzliche Dinge...
------------------------------------------------------------------------------- From: Rhino Ceros <no@no.never> Newsgroups: de.alt.naturheilkunde Subject: "Fatherfucker" Date: Thu, 04 Sep 2003 23:37:19 +0200 Die Docs labern, die Kranken wären ja nur Psychos. Hypochonder und so. Was wäre, wenn die einfach nur Opfer der Irren ihrer Kulturredaktion sind? KRANK AN ---------------------------------------------------------------------------- derStandard.at | Kultur | Musik 04.09.2003 17:30 Eine Frau mit Bart Electro-Punk mit Folgen: Die kanadische Sängerin Peaches führt alte Provokations- Taktiken bezüglich des Rollenverständnisses von Frau und Mann konsequent fort Karl Lagerfeld hat sie fotografiert. Christina Aguilera erwähnt sie während ihrer Transformation vom Teenie-Star zum verschlampten und verruchten Pop-Twen gern in Interviews als Vorbild. Die unvermeidliche Madonna gibt an, ihre Musik beim täglichen Work-out zu hören - und auf ihrem Mitte September erscheinenden neuen Album hat Merrill Nisker den alten Search-and- Destroy-Macho und Berufs-Saubartl Iggy Pop dazu gebracht, die bemerkenswerte Textzeile "In rosa Wäsche sehe ich nicht gut aus" zu wimmern. Mit ihrem neuen Album Fatherfucker dürfte die 36-jährige, in Berlin lebende Kanadierin Merrill Nisker alias Peaches aus dem Umfeld des ebenfalls in Kanada beheimateten "Techno-Entertainers" Chilly Gonzales nicht nur ihren Status als Königin der mittlerweile im Pop-Underground längst weltweit etablierten, so genannten Electro-Punk- oder Electro-Clash-Szene untermauern. Diese führt die Errungenschaften des Techno mit rabiat eingesetzter Billigsdorfer-Computertechnologie und simpel und geradeaus programmierter Drumbox nicht nur wieder mit unverwüstlichem und zeitlos-verwüstendem Rock'n'Roll der dunklen, nihilistischen Spielart zusammen. Peaches brüllt sich darüber auch die Seele Richtung frühe 80er-Jahre und New Wave und "Electronic body Music" aus dem Leib. Mit ihrer provokanten, unter anderem auch auf Arbeitsgerät aus dem Beate-Uhse-Katalog vertrauenden Live-Show teilt sie die Publikumsreaktionen in den Clubs in der Vergangenheit auch streng in nacktes Entsetzen und Begeisterung für diese rohe, dem Gedanken des Punk verpflichtete Schocktaktik. Peaches deutet die ansonsten im Rock strikt männlich-codierte, primitiv-sexuelle Publikumsanmache ergreifend - und vor allem schlicht! - auf eine in dieser Unmittelbarkeit bis dato nicht gekannte weibliche Aggression um. Bei so genannten gestandenen Män- nern wie Iggy Pop geht das seit Jahr- zehnten durch, wenn ein Mann in seinen 50ern noch immer verbal und auf der Bühne auch tatsächlich die Hosen runterlässt. Bei einer Frau mit Mitte 30, die sich noch dazu einen Dildo umgeschnallt hat, ist der Schock trotz aller Vorarbeiten von Mutter Madonna noch immer groß: "Huh? What? Show me whatcha got/ Rub it against my tigh!" Ganz abgesehen davon, dass Peaches die gängigen weiblichen Schönheitsideale nicht nur nicht erfüllt, sondern obendrein über das Behelfsmittel der Vulgarität verweigert: 30 Jahre Feminismus haben uns bekanntlich im Pop nicht um einen Zentimeter weitergebracht. Damit sorgte Peaches mit ihrem Debüt The Teaches Of Peaches und Songs wie Fuck The Pain Away, Rock Show oder Lovertits vor drei Jahren also auch für frischen Wind in der guten alten "Gender Issues"-Debatte. Wie Peaches jetzt in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung meint: "Es geht eben nicht darum, wen du anturnst, genauso wichtig ist, wen du abturnst." Fatherfucker führt nun das ästhetische und "soziale" Anliegen, die Frau als gleichwertig asoziales Wesen im Kontext von Sex & Drugs & Rock'n'Roll nicht nur zu legitimieren, sondern auch darüber hinaus in einen gesellschaftlich relevanten Rahmen eines Nicht-funktionieren-Dürfens zu stellen konsequent fort. Zu harten und live bestens bewährten Beatbox-Rhythmen tönt es zu minimalistischer musikalischer Begleitung nicht nur im Duett mit besagtem Iggy Pop recht drastisch: Kick it! In Songs wie Stuff Me Up oder Shake Yer Dix werden die Mechanismen von Rock und Konfrontation auch nicht unbedingt verfeinert. Sie werden konsequent fortgeführt: "Eat a cookie and a big dick every day!" Provokation nicht nur als Notwehr gegen eine von Männern dominierte Welt. Provokation als Überlebenskonzept. Der Rest gehört noch immer Britney Spears, Beyonce Knowles und dem ganzen Rest der von Männern verordneten weiblichen Sicht der (Pop-)Welt. (Christian Schachinger/DER STANDARD, RONDO, Printausgabe, 05.09.2003) Politik ---------------------------------------------------------------------------- KRANK AUS Total reif für die Geschlossene: http://derstandard.at/Text/?id=1409620& Auch Zeitungen tragen eine Verantwortung. Warum schmeißt man nicht die "Kultur"-Redakteure raus!? Warum sperrt man diese Wahnsinnnigen nicht endlich da ein, wo sie wirklich hin gehören? In die Geschlossene!!! Es heißt doch immer, die Erwachsenen müßten Vorbild sein. Daß Politiker Vorbild sein müßten, sagt ja eh schon keiner mehr, weil die Politiker alles sind, bloß keine Vorbilder. Außer für Mörder und Betrüger. Aber wenigstens die ZEITUNG sollte doch noch eine gewisse bildende Funktion haben. Bildend im Sinne von Wissen und Gewissen, nicht von Kriminelle Vereinigung! -------------------------------------------------------------------------------
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Aribert Deckers