17.05.2006
Das Robert-Koch-Institut verbreitet falsche Zahlen. Hier ein aktuelles Beispiel:
------------------------------------------------------------------------------- Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) stellt eine sehr seltene Spätkomplikation (nach Literaturangaben 7-11 Fälle pro 100.000 Erkr.) dar, die sich nach durchschnittlich 6-8 Jahren manifestiert. Beginnend mit psychischen und intellektuellen Veränderungen entwickelt sich ein progredienter Verlauf mit neurologischen Störungen und Ausfällen bis zum Verlust zerebraler Funktionen. Die Prognose ist stets infaust. -------------------------------------------------------------------------------
Tatsächlich scheint die Zahl für SSPE bei rund 1:3300 zu liegen.
--> Diese Angaben des RKI sind um den Faktor 3-5 falsch.
------------------------------------------------------------------------------- Nach Literaturangaben entfällt auf etwa 10.000-20.000 Masernerkrankungen eine Erkrankung mit tödlichem Ausgang. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es seit 1998 pro Jahr 1-2 Masernsterbefälle (mit einer Ausnahme: 1999 wurden 4 Sterbefälle registriert). Aus der gleichen Quelle ist ersichtlich, dass die Zahl der stationären Behandlungen in den letzten Jahren rückläufig war. Im Jahr 2003 wurden 94 Personen wegen Masern stationär behandelt. -------------------------------------------------------------------------------
Tatsächliche Zahlen für Todesfälle durch Masern liegen in den westlichen Industrieländern zwischen 1:500 bis 1:1000.
--> Diese Angaben des RKI sind um den Faktor 20 falsch.
Die Zahlen des RKI sind angeblich im Januar 2006 aktualisiert worden:
------------------------------------------------------------------------------- Masern RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte Die Herausgabe dieser Reihe durch das Robert Koch-Institut erfolgt auf der Grundlage des 4 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Praktisch bedeutsame Angaben zu wichtigen Infektionskrankheiten sollen aktuell und konzentriert der Orientierung dienen. Die Beiträge werden in Zusammenarbeit mit den Nationalen Referenzzentren, Konsiliarlaboratorien sowie weiteren Experten erarbeitet. Die Publikation erfolgt im Epidemiologischen Bulletin und im Internet (http://www.rki.de). Eine Aktualisierung erfolgt nach den Erfordernissen, aktualisierte Fassungen ersetzen die Älteren. Aktualisierte Fassung vom Januar 2006, Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 44/1999. -------------------------------------------------------------------------------
Daß das RKI falsche Zahlen verbreitet, ist nichts neues. Es tut das seit Jahren.
Nun ist das RKI nicht irgendwer, sondern liefert als ZENTRALE Institution des Bundes Informationen an Ärzte und an die Medien und an die Politiker.
Letzteres sieht dann als Ergebnis beispielsweise so aus:
------------------------------------------------------------------------------- Nordsee-Zeitung, 22.11.2004, Seite 3 "Impfgegner richten großen Schaden an" Sozialministerin will aufklären Hannover (Ini). Niedersachsens Gesundheitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat zu mehr Schutzimpfungen aufgerufen. "Sonst kommen Krankheiten wieder zum Vorschein, die wir vergessen haben", sagte die Ministerin in einem Gespräch. Von der Leyen warnte davor, die Gefahr durch Infektionskrankheiten zu unterschätzen: "Weil geimpft wird, sehen wir Gott sei Dank kaum mehr Kinder, die eine schwere Hirnhautentzündung haben und danach [1] schwer geistig behindert sind." Eins von 500 Kindern, das an Masern erkrankt, habe an solchen schweren Folgen zu leiden. Allerdings gebe es immer mehr Impfgegner: "Es ist ein Trend, der großen Schaden anrichten kann." Die Infektionskrankheiten wirkten sich [2] zwar meist harmlos auf die unmittelbar betroffenen Kinder aus. Für ältere oder immunschwache Menschen, die mit ihnen in Kontakt kämen, könnten sie jedoch schwer wiegende oder tödliche Folgen haben. Die Impfung gegen Röteln sei etwa nicht nur bei Mädchen notwendig: "Wenn die Jungs eines Tages Röteln kriegen, dann treffen sie vielleicht im Kindergarten auf eine junge schwangere Frau, die keine Schutzimpfung hat und infizieren sie: Dadurch kann das Kind in der Schwangerschaft schwer geschädigt werden." Auch Masern, Windpocken oder Grippe könnten auf geschwächte Menschen [3] übertragen werden. "Impfung ist keine Frage von Trend oder Meinung, sondern eine Frage von ganz hoher Verwantwortung, nicht nur für die eigenen Kinder, sondern auch für die Umgebung", sagte von der Leyen. Die Ministerin sprach sich gegen einen Impfzwang und für stetige Aufklärung aus. -------------------------------------------------------------------------------
[1]
Was soll die Behauptung, 1 von 500 Kindern würde eine Encephalitis bekommen? 1 von 500 bis 1 von 1000 Kindern STIRBT an der akuten Masernerkrankung oder kurz danach.
[2]
Es ist VÖLLIG falsch, daß nur die Schwachen gefährdet sind. Die Infektionskrankheiten sind teilweise hochaggressiv und bringen auch körperlich bis dahin völlig gesunde starke Kinder und Erwachsene um.
[3]
Grippe ist eine hochaggressive, SEHR schwere Krankheit und hat um 1920 in einer großen weltweiten Epidemie ("Pandemie") mehr als 20 Millionen Menschen das Leben gekostet. An der Gefährlichkeit der Grippe hat sich NICHTS geändert.
Vielleicht sollte ich hinzufügen, daß Ursula von der Leyen Ärztin ist. Sie hätte es also besser wissen müssen...
Aber Gerüchten zufolge ist sie inzwischen in Berlin sogar Familienministerin...
Gerade die Medien werden von Falschinformationen durch RKI und Krankenkassen (und die wiederum durch das RKI und Ämter) nicht verschont. Ein derartiges Beispiel liefert am 16. Juni 2005 die FAZ:
------------------------------------------------------------------------------- 16. Juni 2005 Impfen statt "Masernpartys" 260 Menschen haben sich seit Jahresbeginn in Hessen mit Masern ansteckt und damit zehnmal mehr als im gesamten Jahr 2004. Betroffen waren vor allem die Städte Offenbach, Frankfurt und Wiesbaden sowie die Kreise Gießen, Offenbach, Wetterau und Odenwald, wie das Sozialministerium und der Landesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) am Mittwoch in Wiesbaden mitteilten. [...] Gezielter Kontakt mit infizierten Kindern sei kein "Immun-Training", sondern eine ordnungswidrige Risikoprovokation, erklärten Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) und die Krankenkassen. [...] Aufruf zu Masernimpfungen - Todesfall im März Lautenschläger und die Krankenkassen riefen zu Impfungen gegen die Krankheit auf. Eine natürliche Infektion schütze keineswegs besser als eine Impfung, sondern führe zu einer rund sechs Wochen dauernden Schwächung des Immunsystems. Zudem seien Masern keine harmlose Kinderkrankheit - jeweils eins von 1.000 Kindern erkranke auch an einer Hirnhautentzündung. [...] -------------------------------------------------------------------------------
Auch wenn dies ein eindringlicher Aufruf FÜR das Impfen ist, enthält er einen Fehler, den gleichen, der auch an anderen Stellen immer wieder zu finden ist. Wieder ist es die unglaubliche Verharmlosung: "jeweils eins von 1.000 Kindern erkranke auch an einer Hirnhautentzündung."
Von denen, die eine Hirnhautentzündung bekämen (heißt es beim RKI), stürben 20 Prozent. Was ein Todesrisiko von 1:5000 bedeutet. Doch das Gesamt-Todesrisiko bei Masern ist rund 1:1000 bis 1:500, und damit rund 10x so hoch, wie man den Eltern erzählt.
Das ist kein kleiner Fehler und es ist kein Versehen. Obwohl das RKI im Lauf des letzten Jahres mehrfach DEUTLICHST auf den Fehler aufmerksam gemacht wurde, hat es weder auf die Mitteilungen reagiert noch hat es seine Zahlen diesbezüglich korrigiert.
Falsches, verharmlosendes Material vom RKI spielt den Impfgegnern in die Hände. Auch dies weiß man beim RKI, sogar an höchster Stelle. Prof. Dr. Reinhard Kurth, der Leiter des RKI, wurde direkt über diese Dinge informiert.
Aribert Deckers
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