Leichen dank "Geburtshaus"
12.5.2002
31.07.2000
Ein Dialog, der im Juli 2000 im Forum für Kinderheilkunde im http://www.medizin-forum.de * Deutschen Medizin-Forum stattfand und mir von den Autoren zur Veröffentlichung freigegeben wurde:
Drillinge im Geburtshaus/Fußlage
Sa, 29. Jul. 2000, 22:23
Ich bin über bestimmte "neuere" Entwicklungen eigentlich
ziemlich entsetzt(siehe unten).
Komme ich doch aus der Zeit, in der in Deutschland,überhaupt
erstmal eine vernünftige Neugeborenen-Medizin aufgezogen wurde (ab
ca. 1975). Ich habe 81-88 mit aufgebaut. Die Geburtshilfe der
Gynäkologen hatte ihrerseits große Fortschritte gemacht. Es
gab neue Medikamente, neue Techniken, neue Organisationsstukturen und
neue Rettungssysteme. Dahinter stehen professionelle Menschen
allerorten.
Die BRD stand vorher auf einem miserablen Platz in der zivilisierten
Welt. - In den genannten Jahren ist es dann gelungen, die hiesige
unhaltbare Sterblichkeit von Babies ganz dramatisch zu senken.
Und nun - passend zu anderen pseudo-alternaiven Richtungen (es geht uns zu gut und man möchte ABWECHSLUNG) - kommen alle möglichen selbsternannten Größen und wollen ihre abwegigen Dinge unterbringen.
Geschrieben von Ralf am 29. Juli 2000 20:58:40:
P.S.: Ich verstehe es nicht, warum es eine wohl größer
werdende Zahl von Müttern/Eltern/Hebammen darauf anlegt,
vermeidbare Risiken und letztendlich Behinderungen der Kinder
einzugehen.
Schmalspurwissen? Esoterik? Egozentrismus (ich bestimme alles selbst)?
Falscher beruflicher Ehrgeiz (die Drillingsmutter soll selbst Hebamme
sein).
Selbst, wenn mit diesen Drillingen und den Beckenendlagekindern alles gut ging........Es war fahrlässig. Basta.
[quote] Hebammen mit Herz für werdende Mütter Auf diesen Seiten wollen wir entschlossene Mütter bestärken und unentschlossene zum Glück bewegen. KEINE WERBUNG! Sondern Initiative für menschenwürdige Geburt von Richard Kirschner Frauen für Frauen Die vier Hebammen aus Nannhofen Das Geburtshaus in Nannhoffen bei München ist eines von vielen Refugien für Menschen, die ihr Leben selbst erleben und bestimmen wollen. Werdende Mütter und Väter legen hier den Grundstein für das Lebensglück ihres Nachwuchses, indem sie ihm alle Liebe und Sorgfalt von Anfang an geben. Sie überlassen und überantworten ihr Schicksal nicht irgendwelchen Maschinen, sondern gehen mit der fürsorglichen Hebamme durch die Geburt. Bei der Geburt werden wie kaum zu einem anderen Zeitpunkt die gesellschafflichen Zwänge, das Maß an individueller Freiheit und die Wertschätzung von Menschenleben einer Kultur sichtbar. Anfahrt in Nannhofen, einer abgelegenen Oase der Ruhe Gesehen von der anderen Seite. Nostalgischer Eingang hier wohnt eine Hebamme. Im ersten Stock befinden sich die Räume für werdende Mütter. Im Vergleich zu natürlich gebliebenen Kulturen werden in der modernen Zivilisation Sterbende und gebärende Frauen einer hochentwickelten Technik in steriler Atmosphäre überlassen. Ohne Verwaltung geht es auch hier nicht. Im schlichten Sprechzimmer werden die üblichen Untersuchungen zur Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt. Kinder sind hier gerne gesehen. Die seelen- und lieblose und fremde Umgebung im Krankenhaus erhöht die Gefahr von Komplikationen und die Säuglingssterblichkeitsrate. Statistisch kamen 1979 in der BRD 13,5 Todesfälle auf 1000 Geburten. Dagegen hatte Holland 1979 - obwohl es die höchste Hausgeburtenrate (34%) in den Industrieländern hat - nach Schweden die niedrigste Säuglingssterblichkeit der Welt 8,5 Todesfälle auf 1000 Geburten. Sie sind nicht verurteilt, durch trostlose Gänge zu marschieren, sondern können sich frei in der Wohnung bewegen, hier in der Küche. Nehmen Sie ein wohltuendes Bad, wenn Ihnen danach ist und genießen Sie die Athmosphäre weit weg von hallenden Schritten. In jeder Klinik ist die Gefahr von Infektionen größer als zu Hause. Wählen Sie den Ort der Geburt. Im Erker in einem Bett vom Schreiner, oder auf dem Hocker, oder wo Sie wollen. Keiner wird Ihnen hier Vorschriften machen, sondern Sie fürsorglich begleiten. Eine nette Ecke lädt zum Verweilen ein. Je mehr dem Geburtsvorgang von seiner Natürlichkeit genommen wird, wie es bei uns in den Kliniken im Gegensatz zu Hausgeburten immer noch der Fall ist, desto größer ist die Gefahr von Komplikationen und Geburtsschäden. Hier müssen Sie nicht Schlange stehen, wenn noch eine Mutter entbinden will. Ein zweites voll ausgestattes Zimmer steht zur Verfügung. ...natürlich auch mit Babystation. Der Wunsch nach einer natürlichen Geburt setzt sich unter den Frauen immer mehr durch, und an ihnen liegt es, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Viel ist machbar, wenn sich die Frauen vorher richtig informieren und beharrlich auf der Realisierung ihrer Vorstellungen bestehen. Es ist ihr Leben und ihr Baby. Die Verantwortung dafür wird kein Arzt übernehmen. Für Gymnastikkurse und Treffen steht auch ein Raum zur Verfügung Wir freuen uns über engagierte Frauen und Mütter, die andere Mütter zur Hausgeburt ermutigen können. Wenn Sie mit uns aktiv werden wollen für Hausgeburt, schreiben Sie uns. Väter sind natürlich auch gefragt. Richard Kirschner am 12.09.1999 info@top-emma.de Bedauerlicherweise sehen viele Frauenärzte ihre Hauptaufgabe darin, werdenden Müttern Angst vor der Geburt zu machen und ihren "Patientinnen" einzureden, daß es ohne sie nicht geht. Dabei ist eine Geburt das Natürlichste auf der Welt seit es Menschen gibt. Die Ärztelobby ist daran interessiert, die Frauendomäne den Hebammen wegzunehmen. Sie verschweigen, daß eine ausgebildete Hebamme genauso in der Lage ist, eine Schwangerschaft mit aller Sorgfalt und Verantwortung zu betreuen. Eine betreuende Hebamme schickt eine Schwangere zum Arzt, wenn es nötig ist. Das ist gut so, denn für Sonderfälle sind die Ärzte da. Meine Meinung: Kranke zum Arzt - Gesunde zur Hebamme! Richard Kirschner [/quote]
Eine "abgelegene Oase": Wie schnell ist der Krankenwagen und wie weit ist er weg, falls es mal kritisch wird?
Zur Statistiklüge: Es ist immer praktisch, wenn man die kritischen Fälle sich von vornherein dazu entschließen läßt, KEINE Hausgeburt zu machen. Dann sieht die Hausgeburt schlagartig VIEL besser aus...
Zur Hebammenlüge: Was kann eine Hebamme, wenn es kritisch wird!?
ama
http://www.ariplex.com/ama/amadof01.htm
PS: Das Gemüse gibt es bei http://www.top-emma.de
Autor: Behrmann,Kinderarzt
Die Zahlen für Holland sind ein Phantom, weil alle abgebrochenen Hausgeburten zu Lasten der Kliniken gerechnet werden.
Schlachthaus Krankenhaus ? Mo, 31. Jul. 2000, 21:20
Punkt 1: ich bin ein Fan von guten Hebammen. Sie haben mich schließlich
ausgebildet.
(ich war auch Gyn.-Assistent)
Wenn ich aber lese, daß eine Hebamme über das Krankenhaus meinte:
Ich kenne nämlich eins. (Es war in den 80-iger Jahren und ich hoffe, daß es den Laden nicht mehr gibt): Keine Klinik,sondern eine kuschelige wohnzimmerathmosphärische Entbindungspraxis, in der ein alternaiver Gynäkologe zusammen mit Hebammen sein Unwesen trieb. Alles was sich für ordentlich alternaiv hielt, rannte dort damals hin.
Dieser Herr L. rief dann immer mal bei uns auf der Baby-Intensivstation an und fragte, wie lange ein Baby denn blau sein dürfe. Wir fragten dann,wie lange das denn schon so sei....... 30 Minuten. So fuhren wir dann mit dem kompletten Notarztwagen los (45 km). Das Auto war dann für alle hiesigen Notfallpatienten für 1-2 Stunden nicht mehr zu haben.
Soll der Herzinfarktpatient doch sehen wo er bleibt; geraucht hat er ja wahrscheinlich auch – wurde mir andernorts entgegnet.
Wenn wir ankamen und sogar eingelassen wurden (was nicht immer der Fall
war!!!!!) trafen wir regelmäßig auf Neugeborene in
miserabelstem Zustand bzw. sterbend.
Bei den erforderlichen Wiederbelebungs- und Notfallmaßnahmen
wurden wir oft behindert und meist beschimpft.
Wir nahmen die Kinder dann unter voller Intensivtherapie während
des Tansport mit auf unsere Intensivstation und konnten so manchen
ohne Schaden über den Berg bringen.
Manchmal ging der Affentanz mit völlig verbohrten Eltern aber auf Station auch erst richtig los.
Etlichen (mindestens 6 in meiner Zeit) konnten wir aber auch nicht
helfen. Sie starben oder hatten schwerste Hirnschäden.
Und Herr Dr.L., der lebensgefährliche Ignorant, hatte noch die
Stirn, eines dieser Kinder in der Klinik zu besuchen. ER hatte nicht die
geringste Ahnung von Problemen mit Neugeborenen und machte
Entbindungen in der Pampa im großen Stil. Es gab null
Notfallinstrumentarium - NICHTS.
In der damaligen alternativen Stadtzeitung (AZ) hat dann mal ein Elternpaar, dessen Kind auf diese Art bei Dr.L. nach der Geburt gestorben war, einen 2-seitigen Artikel geschrieben und den Verlauf der Dinge klar geschildert. Die Eltern haben alles auf sich genommen. Weil: ES WAR IHRE FREIE ENTSCHEIDUNG...........deswegen haben sie alle Schuld von Dr.L. genommen.
Ich habe meinem damaligen Chef 3-4 Fälle aus den Akten und aus
eigener Zeugen-Anschauung STAATSANWALTSREIF aufgearbeitet, in der
Sicherheit, daß er Anzeige erstatten würde. ES IST NICHTS
PASSIERT. Ich Idiot hätte das selber machen müssen.
Soviel zum Thema Schlachthaus.
Dieser Wohnzimmer-Entbinder dürfte MINDESTENS 20 Kinder auf dem
Gewissen haben (sicher mehr; er hat ja nicht nur unsere Klinik
eingespannt, sondern breit gestreut von Frankfurt bis
Gießen, jeder "durfte mal ran" - immer
schön abwechselnd). Die Hebammen haben sich offenbar kritiklos daran
beteiligt.
Vielleicht verstehen jetzt manche von Euch besser, was ich hier immer
so meine.
Autor: Behrmann,Kinderarzt
Vor meiner Kindermedizin-Ausbildung war ich mal gynäkologisch-geburtshilflicher Assistenarzt an einem mittelgroßen Krankenhaus, an dem es keine Kinderabteilung gab und auch (mit einer Ausnahme) keiner von uns und keiner der Anaesthesisten etwas Vernünftiges mit einem bedrohten Neugeborenen anfangen konnte. Das war 81 und selbst in den Kinderkliniken gab es damals für Babies noch abenteuerliche Beatmungsgeräte.
Ich denke,wir haben damals einfach sehr viel Glück gehabt.
Deshalb ging ich dann in eine große Kinderklinik, habe die Neugeborenen-Intensivmedizin von der Pike auf gelernt und war lange Stationsarzt der Intensivstation mit vielen Kreißsaaleinsätzen im Hause und Notarztwagen-Fahrten und Baby-Wiederbelebungen in auswärtigen Kliniken.
Da erlebt man so dies und das;und aus dieser Sicht möchte ich heute die Schwangeren dazu aufrufen, nur in Kliniken mit der maximalen Sicherheit für Mutter UND Kind zu entbinden; d.h. fürs Baby muß jemand da sein, der ALLE Notfallsituationen beherrscht.
Wenn alles in Ordnung ist, können Sie Ihre Entbindung DANN zur ambulanten Geburt machen. Machen Sie KEINE Hausgeburt.
Ich erzähle den Hausgeburts-Fans immer folgende Geschichte:
Eines Tages war ich mal nur "zufällig" in unserem Kreißsaal - wegen einer sehr hübschen Hebamme - die zu mir sagte: "So; du elender Frühchen-Dokter; komm mal mit und sieh dir mal so ein richtig reifes, dickes, gesundes und normales Baby an. Sowas kennst du doch gar nicht mehr......gerade vor 5 Minuten geboren."
Ich gehe mit; begrüße die Mutter. Baby liegt auf dem Bauch
der Mama.
Ich gratuliere.........da macht das Baby plötzlich so ein
komisches Geräusch und wird blitzeblau, dann gräulich und leblos.
Na;ich klemme mir das Baby unter den Arm und renne die 6 Meter zu dem
Intensiv-Behandlungstisch, wo alle Instrumente sind, sauge den Mundraum
ab und schiebe einen Beatmungsschlauch in die Lunge und sauge eine
ordentliche Menge dicken Sekretes ab. Beatmung über den Schlauch
mit Sauerstoff; maschinelle Atemhilfe. Dann 1 Tag zur Beobachtung in die
Kinderklinik, Röntgen. Das wars.
Das normale Baby hatte aus seinem Magen eine große Menge Fruchtwasser hochgewürgt und das dann auf die Lunge fehlverschluckt (FW-Aspiration).
Das sind Situationen,die nach einer Geburt IMMER auftreten können, und wehe wenn Sie dann keine Gerätschaft da haben. Da nützt auch keine Mund-zu-Mund- oder Maskenbeatmung mit O2... Da müssen Sie rein in die Lunge und absaugen was das Zeug hält. Und dies Intubieren können nur Leute, die das öfters machen oder die Glück haben (wie ich bei den ersten Malen).
Das ist nur eine Problemsituation von etlichen und daher mein obiger Appell.
Dies Baby war unter diesen Bedingungen sehr schnell "in Ordnung
gebracht".
Fünf Minuten später hätte es einen Hirnschaden
gehabt;bei einer Hausgeburt oder einer schlecht ausgerüsteten
Klinik sicher;bzw. es wäre gestorben.
Viele,sehr viele Leute wären nicht schwerbehindert,wenn..........
Was ich in auswärtigen Kliniken und bei professionellen Hausentbindern in der schnuckeligen Wohnzimmeratmosphäre ihrer alternaiven Praxis mit meinem Notarztwagen-Team so alles erlebt habe, erzähle ich gerne auf Anfrage.
Verzichten Sie halt mal einen Tag im Leben auf die geliebte Wohnzimmeratmosphäre !
Was nutzt Ihnen die beste Hebamme,wenn auf die letzten Meter etwas passiert, das sie einfach bei aller Professionalität und beim besten Willen nicht beherrschen kann.
Es wäre traumhaft, wenn die Hausgeburts- Hebammen die notfalls erforderliche Beatmungstechnik (Intubation) technisch beherrschten und das notwendige Intrumentarium einschließlich einer Sauerstoffflasche parat hätten. Aber auch das reicht manchmal überhaupt nicht. Manchmal ist eben auch das technisch schwierige Anlegen einer Infusion zur Schocktherapie erforderlich und anderes mehr.Auch die korrekte Herzmassage will gekonnt sein.
Bitte denken Sie nochmal nach. Katastrophen unter und nach der Geburt sind verflucht schnell passiert.
6.2.2001:
Herr Ralf Behrmann, Kinderarzt, empfiehlt: "Sehr gute Seite
zur Geburt":
Die Web-Site der "Bundesinteressengemeinschaft Geburtshilfegeschädigter e .V."
http://members.aol.com/geburt/vorsorge.htm: "Wenn wir das gewußt hätten... !"
12.5.2002:
Diese Web-Seite gibt es leider nicht mehr. Meine Suche zum Thema
Geburtsschäden hat diese Web-Seiten ergeben:
Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände e.V. (AgV) Heilsbachstr. 20 53123 Bonn Tel: (0228) 64890 Fax: (0228) 644258 Arbeitskreis Kunstfehler in der Geburtshilfe e.V. (AKG) Münsterstr. 261 44145 Dortmund Tel: (0231) 525872 Fax: (0231) 526048 BAG der Notgemeinschaften der Medizingeschädigten Ulmenallee 15 41540 Dormagen Tel. + Fax: (02133) 46753 Bundesarbeitsgemeinschaft der PatientInnenstellen Auenstr. 31 80469 München Tel: (089) 772565 Fax: (089) 7250474 Bundesinteressengemeinschaft Geburtshilfegeschädigter Nordsehler Str. 30 31655 Stadthagen Tel: (05721) 72372 Fax: (05721) 81783</quote>
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Aribert Deckers