20.9.2002
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung
Justus-Liebig-Universität Gießen, 20.09.2002
Landkarten der hirnelektrischen Aktivität
11 Jahre Deutsches EEG/EP Mapping Meeting in Gießen - Tagung am 20./21.
September 2002
Das 11. Deutsche EEG/EP Mapping Meeting findet am 20. und 21. September 2002
in Gießen statt. Tagungsort ist das Hörsaalgebäude des
Anatomischen Instituts der JLU Gießen, Aulweg 123, 35392 Gießen. Diese
Tagung wird regelmäßig von Prof. Dr. Wolfgang Skrandies vom
Physiologischen Institut in Gießen veranstaltet. Dabei treffen sich
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum,
um moderne Methoden der Hirnforschung zu diskutieren. Die technische
Fortentwicklung des Elektroenzephalogramms (EEG) erlaubt, die Aktivität
des Gehirns nicht-invasiv als "Landkarten" der hirnelektrischen
Aktivität zu untersuchen.
Ähnlich wie bei bildgebenden Verfahren wie
Positronenemissionstomographie (PET) und Kernspintomographie (NMR)
werden Bilder des Gehirns und seiner Aktivität geliefert. Der Vorteil
von elektrophysiologischen Methoden ist die zeitliche Auflösung: das EEG
und die sogenannten "Evozierten Potenziale" (EP) stellen das einzige
Verfahren dar, die Reaktionen des Gehirns im Bereich von tausendstel
Sekunden abzubilden, um die rasch ablaufenden Hirnprozesse angemessen zu
untersuchen; Sehen, Hören, Fühlen und Denken geschieht schließlich in
Bruchteilen von Sekunden. Das Deutsche EEG/EP Mapping Meeting ist eine
kleine, sehr diskussionsfreudige und interdisziplinäre Veranstaltung mit
Teilnehmern aus vielen verschiedenen Fachgebieten (Neurologie,
Neurochirurgie, Ophthalmologie, Psychiatrie, Physiologie &
Hirnforschung, Psychologie, Physik sowie Mathematik & Statistik).
In den letzten elf Jahren wurden in über 350 Referaten und
Posterpräsentationen experimentelle Daten über spontane EEG-Aktivität
sowie evozierte Hirnaktivität vorgestellt. Hierbei zeigten methodische
Neuentwicklungen über die Jahre unterschiedliche Schwerpunkte. Neben
aktuellen Arbeiten zu Fragen der Grundlagenforschung im Bereich der
Neurophysiologie und Psychologie waren regelmäßig auch klinische Aspekte
der Anwendung dieser Methoden mit etwa 42 Prozent vertreten. Die
praktisch klinischen Fragen stammen aus dem Bereich der Psychiatrie, der
Neurologie und Kinderneurologie sowie der Neurochirurgie, wobei
verschiedene Hirnfunktionen von Patienten untersucht und diagnostiziert
werden. Die Tatsache, dass diese Tagung nun zum elften Mal im Beisein
auch von Kollegen aus dem Ausland in Gießen stattfinden kann,
illustriert, dass die topographische Analyse von elektrischer
Hirnaktivität ein lebendiges, wichtiges und weitreichendes
Forschungsgebiet ist, das sich nicht auf methodische Neuerungen
reduziert, sondern die elektrischen Felder des menschlichen Gehirns
quantitativ untersucht und nach klinisch-praktischen Anwendungen strebt.
Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Skrandies
Physiologisches Institut
Aulweg 129
D-35392 Gießen
Telefon: 0641-99-47270
-47275
Fax : 0641-99-47279
E-mail: wolfgang.skrandies@physiologie.med.uni-giessen.de
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.med.uni-giessen.de/physio/
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Aribert Deckers