Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Dieses File ist ein MIRROR. Es ist ein Teil einer Dokumentation. Das Original dieses Files befand sich in der Web-Site des http://www.dialog-gesundheit.de * Gesundheitsministeriums.

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Die Deutsche Amalgam-Page ist mit dem Gesundheitsministerium weder assoziiert noch sonstwie verbunden.

Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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  Ärzte können der SPD den Wahlkampf ganz schön vermiesen

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Autor Thema:   Ärzte können der SPD den Wahlkampf ganz schön vermiesen
Doc budget
unregistriert
erstellt am: 26. April 2001 13:25           
Tranquilizer müssen nicht unbedingt als Pille oder Spritze verabreicht werden. Das neueste Beruhigungsmittel des Bundeskanzlers für die Ärzteschaft ist personeller Natur und steht seit einigen Wochen dem Gesundheitsministerium vor. Die Dame mit dem leicht zu merkenden Namen soll die Ärzte Dinge vergessen lassen, deren Nennung den Wahlkampf des Jahres 2002 stören könnte. Bekanntlich verfügt die Kollegenschaft über Detailwissen, das dem Wähler besser vorenthalten bliebe.
Zum Einstieg in den Informationsausstieg modelte die Ministerin den bekanntesten Killer guter Patientenstimmung um: Der Kollektivregreß der Vertragsärzte für den Medikamentenüberstand wurde abgeblasen und soll durch einen anderen Etikettenschwindel ersetzt werden. Effekt: Die Patienten können nicht mehr so leicht ohne Rezept aus der Praxis geschickt werden.
Mehr als eine Kunstpause ergibt sich daraus allerdings nicht. Die Vertragsärzteschaft kann den Patienten ganz andere Dinge erzählen und dem täglichen Millionenpublikum der 120000 Praxen die Stimmung vermiesen.
Da ist der gut verdienende ledige Facharbeiter, der monatlich mehr als 700 DM an die Krankenkasse zahlt, um gelegentliche Wellness-Problerne beheben zu lassen. Ihn könnte der Vertragsarzt wie folgt aufklären: Sein Beitrag für die Krankenkasse ist genau so kalkuliert wie der Benzinpreis an der Tankstelle. Zwei Drittel des Geldes fließen in die Bezahlung anderer Leute und Zwecke. Beweis: Jede Privatversicherung so der Facharbeiter sie denn wählen dürfte - übernähme sein Krankheitsrisiko zu exzellenten Konditionen ohne Limit zu einem Drittel des AOK-Beitrags.
Für den unheilbar Krebskranken wäre die Information interessant, daß seine Behandlung und alle Medikamente streng gedeckelt sind und allenfalls auf dem Gnadenweg einer anerkannten Praxisbesonderheit Erleichterung verschafft werden kann. Das aber müßte der Vertragsarzt in jedem Einzelfall durchpauken, sofern ihm dazu Zeit bleibt und ihn die überhitzte Kassen-Bürokratie nicht sauer gekocht. Liechter würede die Sache mit einem Schlag, wenn der chronisch Krebs - oder Schmerzkranke drogenabhängig wäre oder würde. Dann entfiele die minutiöse Kleinverschreiberei nach der Betäubungsmittelverordnung. Pro Tag ständen ausreichend Methadon und Codein zur Verfügung, um die ganze Familie außer Gefecht zu setzen.
Wissenswertes könnte der Praktiker bei seinem Besuch auf dem Bauernhof in X. vermitteln. Dort hatte der Medizinische Dienst einen Pflegebedarf der Oma von täglich fünf Minuten unter der Mindestzeit festgestellt und die Ablehnung der beantragten Pflegestufe II bewirkt.
Die zutreffende Aufklärung könnte so aussehen: Wäre nicht die Großmutter am Alzheimer, sondern ein Rind am Wahn erkrankt, so würden die einschießenden Gelder nicht nur die Pflege der Greisin, sondern auch die Sanierung des Hofes gewährleisten.
Auch Alltägliches kann staunende Patientengesichter zur Folge haben. Soeben nahm die Vertragsärztin eine Schachtel mit 90 Pillen zurück, da, der Patient das Medikament nich tmehr vertrug. Der nächste passende Kranke erhält die Packung geschenkt, bedankt sich und ist bereits aktiver Zeuge eines Rechtsbruchs. Das geltende Regelwerk verpflichtet die Doktorin, die Packung zu entsorgen, dem Patienten eine neue aufzuschreiben, das Medikamentenbudget zu überzeichnen und sich im Bundestag wegen des Herumaasens mit den Versichertengeldern beschimpfen zu lassen.
Soweit ein kleiner Blick in die Nähkiste der Praxen, oder soll man sagen in die Informations-Büchse der Pandora, die die Ärzte noch wesentlich weiter öffnen werden.
Sie werden kaum daran zu hindern sein, die eine oder andere Information herauszulassen, um den staunenden Wählern die großen Würfe der Verbraucher- und Gesundheitspolitik zu präsentieren. Die intensiven Berliner Anstrengungen haben zwar noch nicht zur BSE-Freiheit aller Rinderhirne geführt, das fehlende Hirn der Gesundheitspolitik aber zur täglichen Erfahrung werden lassen.

Stiens
Mitglied
erstellt am: 26. April 2001 21:11     Sehen Sie sich das Profil von Stiens an!   Senden Sie Stiens eine eMail!     
Es ist auch oft erstaunlich, wie Patienten oder andere reagieren, wenn man sie informiert, wie die Gelder im Gesundheitswesen zustande kommen - Kopfpauschalen! Das diese nicht für alle Kassen gleich sind - bei doch gleicher Leistung!

Daß Ärzte nach Punkten bezahlt werden, deren Wert schwankt und nicht vorher bekannt ist!

Daß die Bezahlung der Ärzte mit steigendem Fleiß geringer wird!

Die Unwissenheit der Patienten ist größer, als mancher bedenkt.

Dr.C.R.
unregistriert
erstellt am: 27. April 2001 20:31           
Lieber Doc Budget, müßte man das nicht als Zitat kennzeichnen? So gut es ist.

Behrmann,Kinderarzt
unregistriert
erstellt am: 27. April 2001 21:38           
Für die Versicherten: das persönliche Haftungs- und Zahlungsrisiko bei Überschreiten des Budgets bleibt natürlich für den Arzt.

Ich habe einen Verordnungsrahmen von DM 10 pro Patient und Monat.

wbensch
unregistriert
erstellt am: 28. April 2001 00:04           
docbudget >> dies wieder ein Artikel aus Kolumne in Ärztezeitung, am Ende selbst der Autor?
Auf jeden Fall wieder treffende, amüsante Schreibe!

Max Hahn
Mitglied
erstellt am: 28. April 2001 14:49     Sehen Sie sich das Profil von Max Hahn an!   Senden Sie Max Hahn eine eMail!     
Wieso liegt das Übel bei der SPD. Die Ursachen dieser Übel sind doch noch aus der CDU/FDP Zeit. Vielleicht hilft es, wenn KBV und Politik sich mal zusammensetzen. Allen wird es sicherlich nicht recht gemacht werden können. Aber die Versorgung chronisch Kranker müßte in einem akzeptablen Rahmen sichergestellt werden können.
10 DM bei einem Kinderarzt Richtgröße für Patient und Quartal klingt nach wenig. Aber ich gehe davon aus, daß sie viele Fälle haben, die gar keine Medikamente brauchen. Impfungen werden wahrscheinlich rausgerechnet. Dann sprengen sie erst bei zu vielen teuren Patienten ihr Budget. Deßhalb ist die Zahl 10 DM sehr plakativ.

Behrmann,Kinderarzt
unregistriert
erstellt am: 28. April 2001 19:23           
An Herrn Hahn: was ist an den DM 10 plakativ?
Es reicht solange alles weiter im komplikationsarmen Bereich ist und keine schweren Fälle dazukommen-
In dem Moment,wo wir es z.B.mit komplizierten Erregern zu tun haben,zahle ich drauf.

So geschehen 1992/93.Habe erst vor dem Sozialgericht gewonnen.

Sie schreiben über Dinge,von denen Sie nichts verstehen.

wbensch
unregistriert
erstellt am: 28. April 2001 21:20           
dear doc behrmann, worum ging es in dem Sozialgerichtsrechtsstreit und wodurch waren Sie letzlich erfolgreich?

Renate Ratlos
unregistriert
erstellt am: 29. April 2001 17:26           
Max Hahn:

"Wieso liegt das Übel bei der SPD. Die Ursachen dieser Übel sind doch noch aus der CDU/FDP Zeit."

Unlogisch.

"Vielleicht hilft es, wenn KBV und Politik sich mal zusammensetzen."

Unlogisch.

"Allen wird es sicherlich nicht recht gemacht werden können."

Aber logisch!

"Aber die Versorgung chronisch Kranker müßte in einem akzeptablen Rahmen sichergestellt werden können."

Unter Zuhilfenahme welchen Kompromisses zuungunsten wessen?

RR
--
Wenn Sie mich noch einmal, unter Zuhilfenahme einer Apfeltasche, daran
hindern, meinen Beruf auszuüben, dann können Sie mich kennenlernen!

(Der Kommissar, zwischen Apfeltasche und Gangster, im ZDF, 31.3.2001)

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