Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Autor Thema:   Hausgeburt/Geburtshaus aus meiner Sicht
Ein Vater
unregistriert
erstellt am: 19. März 2001 00:47           
Es gibt wie immer verhärtete Fronten, da kann man nicht viel machen. Wenigstens ist Herr Solga zu einer ordentlichen Diskussion fähig, was man von gewissen anderen so nicht sagen kann. Über die Behauptung, ich würde mich vom Leiden anderer erlösen wollen, sehe ich mal hinweg. Zwar reizen mich auch die ökologischen und genetischen Seiten des Themas, aber aus Zeitgründen lasse ich das mal lieber gut sein. Was Tod und Schicksal angeht diskutieren wir hier sicherlich nicht unter geeigneter Überschrift, wenn es auch mit dem Thema zu tun hat. Schicksal gibt es eigentlich gar nicht, und Tod läßt sich nicht vermeiden. Es ist schon klar, daß man als Arzt um jedes bißchen Leben kämpfen muß(wer als Arzt etwas anderes sagen würde, müßte sich wohl schnell einen neuen Job suchen). Aber man sollte eben nicht rigoros Hausgeburten und Geburtshäuser ablehnen, nur weil da ein kleines Risiko für Mutter und Kind besteht. Jede Geburt und jede Schwangerschaft ist anders. Man sollte sich mehr mit der Geburt und den dabei stattfindenden natürlichen Prozessen beschäftigen, als immer alles von der eigentlich mechanischen Seite der Hochschulmedizin zu betrachten. Geboren wird schon ziemlich lange, und es funktioniert auch in den meisten Fällen recht gut. Im Krankenhaus wird der natürliche Prozess massiv gestört. Wenn man eine Geburt in einem Geburtshaus oder eine Hausgeburt plant, sollte man sich natürlich bewußt machen, wie das alles abläuft und was in schwierigen Fällen zu tun ist. Die Eltern müssen schon in der Lage sein, zu begreifen, was sie da tun. Eine gute Hebamme sollte einschätzen können, ob man eine Hausgeburt wagen kann oder ob nicht die Geburt im Geburtshaus angebracht sei. In gewissen Fällen ist natürlich eine Einweisung ins Krankenhaus angebracht. Im Allgemeinen wird die Schwangere ja sowieso ziemlich gut von Ärzten und Hebammen überwacht, daß man viele Probleme auch erkennen kann. Ich glaube auch, daß sich die Eltern, die eine Krankenhausgeburt vermeiden wollen, mehr Gedanken um ihr Kind machen, als solche, die einfach zum Gebären ins Krankenhaus gehen. Es ist einfach schlecht, wenn jemandem auf diese Weise ein Teil Verantwortung entzogen wird. Wenn das Kind nach der Geburt mit den Eltern allein ist, müssen die Eltern ja auch die volle Verantwortung übernehmen, warum nicht von Anfang an? Bei einer Hausgeburt mit einer guten Hebamme lernt man auf jeden Fall eine ganze Menge nützliche Dinge, für die im Krankenhaus meistens gar keine Zeit ist. Gerade das Stillen wird durch die Krankenhausgeburt arg behindert. "Aber in der heutigen Zeit muß man ja auch nicht mehr Stillen - es gibt ja schon die perfekte Fertignahrung."

Es ist einfach Fakt, daß der geringe Sicherheitsgewinn bei einer Krankenhausgeburt die ganzen damit verbundenen Unannehmlichkeiten nicht aufwiegt. Solange die meisten Ärzte so stur und überheblich sind, wird sich daran auch nichts ändern. Statt in Richtung einer natürlichen Geburt zu gehen, wird lieber Panik verbreitet. Am Ende sollten schon die Eltern entscheiden können, wie ihr Kind zur Welt kommt, denn sie haben es gezeugt und müssen in den meisten Fällen ihr ganzes Leben mit ihnen verbringen. Die Ärzte sind dann längst aus dem Schneider...

ama
unregistriert
erstellt am: 19. März 2001 01:42           
>Ein Vater
>erstellt am: 19. März 2001 00:47
>
>Es ist einfach Fakt, daß der geringe
>Sicherheitsgewinn bei einer
>Krankenhausgeburt die ganzen damit
>verbundenen Unannehmlichkeiten nicht
>aufwiegt.

Also Plüsch statt Sicherheit.

Also das Leben von Kindern riskieren, weil der Selbstverwirklichungs- und Gottheitswahn der Eltern ausgelebt werden MUSS.

Ich kann diejenigen verstehen, die einen Führerschein für Elternschaft fordern.

ama
http://www.ariplex.com/gbb/gbb_013.htm
(über Generationen)

Saschi
Mitglied
erstellt am: 19. März 2001 08:28     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Mein Gott, daß das hier immer so ausufert :-( Wieso kann man sich eigentlich nicht auf einen <strong>Kompromiß</strong> von beidem einigen, entsprechende Projekte (wie in den Niederlanden) anschieben, die Bedürfnisse von Sicherheit UND Menschlichkeit miteinander verbinden, statt sich hier gegenseitig zu verprügeln, nach dem Motto: ICH bin der Gute! Nein ICH!

Das ist kindisch, meine Damen, und, vor allem, meine Herren!

Petra Heb
unregistriert
erstellt am: 19. März 2001 11:04           
genau Saschi!

diese diskussin hat eine wendung genommen, die mir überhaupt nicht gefällt!

bei einer hausgeburt geht es dich nicht um eine *auslese*!!

wer sich für eine hausgeburt entscheidet möchte verantwortung übernehmen für sich und das baby. eine hausgeburtsmama wird bestimmt nicht das blaue baby lieben lassen und sagen: auslese halt.

es geht auch ncith darum eine geburt in *plüsch-Umgebung* zu haben! viele babies kommen ja auch im gekachelten badezimmer zur welt *g*.

und überhaupt, warum sagt denn der herr behrmann (kann man ohne Dr. neonatologe sein?) nichts zu der these, dass menschen säugetiere sind und die konsequenzen die das für die geburt hat?

wer will kann doch in der klinik gebären. ist doch nun wirklich kein problem. warum haben hier einige probleme mit der hausgeburtshilfe, wenn doch statistiken zeigen, dass sie nicht gefährlicher als die kliniksgeburtshilfe ist? warum sagt niemand von den hausgeburtskritikern was zu den erfolgen in holland, zur hausgeburts-statistik der münchner hausgeburtshebammen, die beide positiv sind?

wir sollten hier nicht von den ausnahmen reden, in denen schlechte hebammen und ärzte pfuschen, herr behrmann. dann könnten wir uns auch über schlechte kliniksärzte reden.
klinik ist nicht segenspendend! in vielen kleinen städten gibt es kleine kliniken ohne kinderarzt, ohne kinderklinik. nur das neugeborenenzimmer. wenn es da zu einem notfall kommt, muss der gynäkologe einspringen, der oft nicht die qualifikation hat. oder ein anästhesist. in der uniklinik in der ich mal arbeitete hörte ich gelegentlich (echte) neonatologen klagen, dass unqualifizierte ärzte (für neugeborenen unqualifiziert) neugeborene intubiert haben, und welche komplikationen dann erst entstanden, dadurch, dass ein zu kleiner tubus verwendet wurde.

es kann auch in einer klinik so einiges schiefgehen.

wenn eine gesunde frau mit einem höchstwahrscheinlich gesundem baby eine hausgeburt plant, und auch in kauf nimmt, die geburt bei kleinen komplikationen in der klinik zu beenden, ist das vernünftig und lobenswert. nicht verantwortungslos, nicht dumm, nicht esoterisch angehaucht.

tigg
unregistriert
erstellt am: 19. März 2001 20:56           
herr behrmann mal wieder....
hochinteressant, was dieser mensch mit seinen reißerischen unsachlichen parolen auslösen kann.
da sich aber ja durchaus auch sachliche ansätze in dieser diskussion zeigen (selbstverständlich nicht von herrn behrmann selbst), werde ich nun auch noch meinen unwesentlichen beitrag leisten . einfach, indem ich meinen "fall" schildere. in kurzform allerdings, alles andere würde hier den rahmen sprengen und ist ohnehin auf meiner seite nachzulesen: http://www.tamina.de --> hausgeburt.

ich bin mutter von zwei kindern. eines davon ist im krankenhaus geboren und eines zuhause.
ich habe mich ganz bewusst für die hausgeburt entschieden und mir diese entscheidung sicher nicht leicht gemacht. mein mann hat die entscheidung mir überlassen und sie mitgetragen, denn -entschuldigung meine herren, aber ich bin es, die das kind zur welt bringen muss- und wer bitte sehr außer mir (unter einbeziehung meines partners, meiner gynäkologin und meiner hebamme) soll diese entscheidung denn treffen?

die entscheidung war für mich in dem moment gefallen, als ich -mit unserem zweiten kind schwanger- mir nochmals den kreissaal angesehen habe, in dem ich entbunden hatte.
er ist nicht mal so sehr ungemütlich. medizinisch eben. gefliest, mit viel technik. und scheußlichen bärchen aus pappe an den fenstern. kann sein, dass es leute gibt, denen das gefällt oder aber denen die atmosphäre, der geruch und die kälte dort nichts ausmacht.
mit macht es etwas aus!
ich kam zu meiner ersten entbindung mit wehen alle drei minuten und vier-fünf zentimeter öffnung im kreissaal an, bevor das verhängnis seinen lauf nahm. sie können mir glauben, ich habe mich nie vorher in meinem leben so hilflos, würdelos und vollkommen ausgeliefert gefühlt wie in diesem kreissaal. und niemand konnte mir helfen. es war eine hebamme anwesend, ein kinderarzt, zeitweise der anästhesist und später der oberarzt. da ich mich völlig verkrampft hatte, rettete mich abschließend die saugglocke vor dem kaiserschnitt.
soviel zum thema meine geburt im krankenhaus.

die geburt meiner tochter fand zu hause statt, dauerte vom blasensprung bis zur geburt ziemlich genau vier stunden und ist das schönste, beeindruckendste erlebnis in meinem leben.

und wer mir jetzt vorwerfen möchte, ich hätte nicht an die sicherheit meines babys gedacht und grob fahrlässig gehandelt, nur zu.
ich möchte nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich mich auch für diese geburt in den "sicheren hafen" krankenhaus begeben hätte. wahrscheinlich hätte ich jetzt eine nette narbe am bauch.

im übrigen hatte ich eine sehr gute, mir vertraute hausgeburtshebamme an meiner seite, mit der ich vorher den "fall der fälle" intensiv besprochen habe. auch das krankenhaus war informiert, sodass wir im notfall innerhalb von fünf minuten unter ärztlicher kontrolle gewesen wären.

ich wünschte mir wirklich, herr behrmann würde endlich aufhören, sämtliche foren mit seinen abenteuerlichen thesen zu zu texten.

viele grüsse, iris

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 19. März 2001 23:59     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
tigg:
1. daß die Krankenhäuser meiner Erfahrung nach wirklich noch Einiges zu tun haben, um einem Menschen den Aufenthalt dort auch psychisch erträglich zu machen, habe ich bereits dargelegt. Wenn wir Wettbewerb wollen, so können wir Betreuungsqualität nicht alleine am medizinischen Notfallmanagement festmachen, dann müssen wir Qualität auch an der Zufriedenheit der Patienten (oder bei Gebärenden eher Kunden, um an eine ältere Diskussion anzuknüpfen?) messen lassen. Krankenhäuser haben da noch Einiges an Arbeit vor sich, nicht nur im Entbindungsbereich. Rapp und Behrmann haben vielleicht das Glück, Anderes zu kennen, die Hauptstadt jedoch kennt solche schönen Verhältnisse wie bei den Beiden nicht.
Nun werden hier aber auch immer wieder die Negativbeispiele auf Seiten der Krankenhäuser dargestellt. Das ist dann aber kein Problem des "Systems Krankenhaus", das kann sich in seiner Betreuung ändern. Genau so könnte ein Geburtshaus ebenfalls mal von einer miesen Qualität sein: könnte man da meinen, das "System Geburtshaus" sei schlecht? Von Auswüchsen auf das System zu schließen, ist gewagt. "Klinik ist nicht segensspendend", richtig, Geburtshaus an sich auch nicht. Beim Vergleich der Systeme sollten wir vom Optimum jeweils ausgehen, sonst wirds verzerrt. Jeder wird eine miese Klinik ausgraben und der andere ein noch mieseres Geburtshaus usw.
2. Ist nicht die Geburt des zweiten Kindes im Allgemeinen einfacher als die des ersten? Waren Sie beim ersten Mal vielleicht so hilflos, weils das erste Mal war? War vielleicht der Geburtskanal nur enger, weils das erste Mal war? Waren Sie beim zweiten Mal vielleicht weniger aufgeregt, weil Sie vom ersten Mal schon wußten, was passieren wird? Fragen über Fragen!

Saschi: Die Vereinigung der Konzepte halte ich ebenfalls für ein anzustrebendes Ziel. Warum nicht Plüsch mit Sicherheit?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 00:07     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
sorry, wieder zu früh auf denh falschen Knopf gedrückt.
Weiter zu Saschi:
Wie kann derjenige, der an den Vorteil der Klinik fest glaubt, dazu kommen, daß dort alle Mütter entbinden? In einer Diktatur würde er es ihnen verbieten, dies woanders zu tun, eine Gelddiktatur könnte das ebenso durch irgendwelche Strafgebühren. Wenn er aber die Mütter ÜBERZEUGEN will, muß er neben dem, was er für notwendig ansieht, den Familien das bieten, was die für nötig ansehen. Denn die Diskussion hat gezeigt, deß niemand die Klinik nicht mag, WEIL dort etwas mehr Sicherheit geboten wird, sondern trotzdem, und zwar deswegen, weil es dort zu unpersönlich, zu kalt ist. Wenn jetzt also die Klinik die Möglichkeit böte, in genau so entspannter Atmosphäre die Geburt gestalten zu lassen, und trotzdem die Sicherheit vorzuhalten? Und wenns in der Klinik gar angenehmer wäre als zu Hause?

Oder andersrum: was würde denn geschehen, wenn die Geburtshäuser die Technik anschaffen und (entsprechend ausgebildete und interessierte) Ärzte anstellen würden, die Bereitschaft leisten würden?

Aber das sind wohl nur Träume, Saschi. Da sind die Strukturen zu verhärtet, und die Interessenlagen der Krankenhäuser und der Geburtshäuser zu weit auseinander. Ganz zu schweigen von der Frage, wer das bezahlen wollte.

Anke J.
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 10:32           
Herr Dr. Solga,
Ihrem Beitrag stimme ich in wesentlichen zu. Als kleine Einschränkung möchte ich aber dreierlei anmerken: 1. Bis zu einem gewissen Grad ist es zZt. durchaus auch (nicht nur) ein Problem des "Systems KH"; viele Frauen/Eltern beklagen zB. Personalwechsel, ständige Untersuchungen, Unterwerfung unter die KH-Routine, fehlender oder ungenügender Einsatz von zB. Homöopathie, Akupunktur, Aromaölen ua., ebenso die ganze Neugeborenenmedikation, unangenehm geregelte Besuchzeiten ua. Im Unterschied zur HG muß man im KH überall und auch noch unter der Geburt sagen, was man nicht will (und wenn man Pech hat, kommt die nächste Hebamme oder ein Arzt und macht es doch, oder läßt sich gleich gar nicht darauf ein). Zu Hause bespricht man vorher, was man will und kann sich unter der Geburt darauf verlassen, daß das auch geschieht bzw. unterbleibt. Aber das ist alles ganz sicher lösbar, wenn man das System entsprechend modifiziert. Und 2. glaube ich, daß auch mit dem besten und persönlichsten System nicht alle ins KH gehen werden, denn man IST nun mal nicht zu Hause. Und der Zeit- und organisatorische Druck, der für die Mütter hinter einer KH-Geburt steckt, ist auch nicht zu unterschätzen. Wenn nichts sonst gegen eine HG spricht, kann das genau das i-Tüpfelchen sein, weswegen frau sich für eine HG entscheidet: Weil sie da entspannt die Dinge auf sich zukommen lassen kann. (Und das dürfte nicht unwesentlich zu einem guten Geburtsverlauf beitragen.)
Übrigens glaube ich 3. nicht, daß die Geburt eines zweiten oder weiteren Kindes zwangsläufig einfacher ist, weil man ungefähr wisse, was auf einen zukomme oder zB. der Geburtskanal schon mal geweitet gewesen sei. Hängen die physischen Aspekte nicht zB. mit der früheren Rückbildung zusammen oder mit dem Altersabstand zum vorigen Kind oder dem aktuellen Gesundheitszustand? Heißt es nicht immer, jede Geburt sei verschieden? Der einzige echte Unterschied, den ich mir vorstellen könnte, liegt darin, daß man möglicherweise Selbstbewußtsein und Körpergefühl dafür gewonnen hat. Und je nach dem, wie dann das Umfeld war (wie unter 1. angesprochen), entschließt man sich, beim nächsten Mal bestimmte störende Faktoren eben auszuschließen, wenn es solche gegeben hat, oder wiederzukommen, wenn man keine solchen Einschränkungen empfunden hat.
Wie man es dreht und wendet, es steht und fällt mit der Qualität der KH-Betreuung insgesamt, nicht nur der der technischen Apparatur, da haben Sie wahrscheinlich ganz recht.

Katharina
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 10:52           
Mein Kind kam in einer Uniklinik zur Welt, also nach Meinung der "Gegenseite" der Beelzebub schlechthin.

Meine Erfahrungen sind sehr positiv trotz Schichtwechsels der Hebammen und Dienstwechsel der Ärzte. Es gab weder "Serienuntersuchungen" (wenn möglich noch vor versammelter Visite) noch irgendwelche Drängeleien seitens des Personals doch etwas so zu machen, wie es fürs Personal bequemer wäre. Es gab Homöopathie (Seitdem weiß ich, daß ich ein kompletter Non-Responder bin.) und Akupunktur, Badewanne und getrennte Räume, so daß frau (familie) ungestört war. Medikamente gab es nur auf ausdrücklichen Wunsch oder bei medizinischer Notwendigkeit. Das Baby wurde nicht, wie ich hier irgendwo gelesen habe, mit Medikamenten "vollgepumpt", sondern in Anwesenheit der Eltern nach einer Ruhepause vom Kinderarzt untersucht.

Die Besuchszeiten waren praktisch den gesamten Tag über, ab 20.00 Uhr wurden Besucher nicht mehr so gern gesehen (aber das finde ich persönlich verständlich).

... und hier wirkt der Wettbewerb zwischen 3 Unikliniken und mehreren kommunalen Krankenhäusern in einer Stadt. Das hat zur Verbesserung der Verhältnisse geführt, weil die Frauen ganz einfach mit den Füßen abgestimmt haben. Macht es doch auch so, wenn Euch die Kliniken nicht so passen, wie sie leider teilweise immer noch sind.

Übrigens finde ich das Argument: "Ich habe mich für eine Hausgeburt/Geburtshausgeburt entschieden, weil ich von Anfang an Verantwortung für mein Kind übernehmen wollte", ziemlich daneben. Meine Verantwortung für mein Kind bestand darin, ihm ein hohes Maß an Risikomanagement mitzugeben, für den Fall, daß es zu den unter 10 % aller Geburten gehört, die nicht so funktionieren, wie es Mutter Natur eigentlich vorgesehen hat. Übrigens habe ich mir die Selbstbestimmheit über die Geburt von keinem Arzt und keiner Hebamme abnehmen lassen.

Ihr seid doch sonst so selbstbewußt.

Anke J.
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 11:13           
Ich denke, über die meisten Aspekte von Klinik- und Hausgeburt können alle mitdiskutieren, aber bei der "Selbstbestimmtheit" oder "Mitbestimmung" wird es heikel. Katharina, wenn Sie sich in der Klinik wohl und nicht fremdbestimmt gefühlt haben, ist das für alle erfreulich und spricht sehr für Sie und die Klinik, aber wenn Sie noch keine Hausgeburt mitgemacht haben, können Sie den Unterschied nicht ermessen. Häme gegenüber HG-Müttern finde ich nicht angebracht. (Ebensowenig natürlich umgekehrt.)

Saschi
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 12:19     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Ich gebe Anke recht: in vielen (nicht allen) Kliniken ist es mit dem Recht auf Selbstbestimmung nicht so weit her. Und unter der Geburt ist es ohnehin schwer, sich durchzusetzen, da möchte man doch nicht erst um sein Recht kämpfen müssen, man möcht es gewahrt wissen.
Dr. Solga, ich finde den Spruch "Plüsch mit Sicherheit" zwar etwas sehr plakativ ;-) (in meinem Geburtshaus gab es weit und breit keinen Plüsch, ehrlich nicht!) Aber der Sinn dahinter ist das, was worauf ich schon die ganze Zeit hinaus wollte.
Öffnen sich mehr Krankenhäusern in der Geburtshilfe auch alternativen Methoden, also bilden Ihr Geburtshilfepersonal auch in Sachen Homöopathie und Akupunktur (und meinetwegen auch Bachblüten und was weiß ich, was es da noch alles gibt), aus, gestalten Kliniken Ihre Kreißsäle um in warme Gebärzimmer (mit dem medizinischen Gerät im Nebenraum, zunächst unsichtbar für die Gebärenden), und die ganze Wöchnerinnenstation wohnlicher, dann ist doch schon viel gewonnen. (Siehe Bethesda-KH Duisburg oder Vinzent-Palotti in Bensberg)
Ein eigener Bereich, der den Besucher, bzw. die Gebärenden schon am Eingang nicht gleich an KH erinnert, wäre noch besser.
Die GeburtsHILFE sollte auch hier im Vordergrund stehen.
Die GeburtsMEDIZIN erst in 2. Linie, solange sie unnötig ist, sollte sie unsichtbar bleiben.
Jede Gebärende sollte ihre eigene Hebamme haben (nicht eine Hebamme drei Gebärende), die sie auch unter der ganzen Geburt begleitet, ohne Schichtwechsel - eine "frische" kann jederzeit dazu kommen, so wie im Geburtshaus auch.

Übrigens ein Ansatz, auch den Rest der Kliniken, soweit möglich, bei aller Sterilität ein wenig heimischer zu gestalten - Krankenhauser sollten heute nicht mehr aussehen, wie in den 50er Jahren.

Nochmal zum Geld, ich verstehe die Diskussion nicht: Krankenhausgeburten sollen günstiger sein, als Geburtshaus- oder Hausgeburten?
Bei mir war es so, daß die GKV zwar alles laut Hebammengebührenverordnung bezahlt hat - die 600DM Mehraufwand mußten wir selber tragen. (beinhaltet Geburtshauskosten, Bereitschaftstelefon, etc.)
Ich weiß nicht, was eine Geburt im KH kostet, sicher aber inklusive Aufenthalt mehrere tausend Mark? Ich schätze so 3500 - 4000? Vorsichtig geschätzt. Dagegen sind die 600DM eher läppisch - und werden trotzdem nicht übernommen. Wie kommt es zu dieser Diskussion?

Saschi
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 12:33     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Nochwas anderes: Viele würden auch sehr gerne zu Hause gebären, denn es gibt keinen Ort, wo eine Mutter sich entspannter, vertrauter fühlt und (zum Wohle des Kindes) gebären möchte.
Der Sicherheitsfaktor ist hier auch problematisch. Was spricht gegen ein Projekt wie das niederländische Babymobil? Das Notfallteam steht unter der Geburt mit RTW vor der Tür.
Ich weiß nicht viel darüber, kennt sich jemand besser damit aus? Wo kann man übrigens mal Statistiken über niederländische und deutsche Hausgeburten sehen?
Nicht, daß ich Statistiken glaube, die ich nicht selbst gefälscht habe :-) Aber interessant wäre es ja mal, was so von offiziellen Stellen zu lesen ist.

Brehrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 12:55           
herr behrmann mal wieder....
hochinteressant, was dieser mensch mit seinen reißerischen unsachlichen parolen auslösen kann

An tigg,die nicht ganz richtig tiggt:

Nennen Sie mal ein Beispiel für Ihre haltlose Behauptung.

Bin gespannt.

Petra Heb
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 13:13           
^herr behrmann, sie ahben sich wieder einmal selbst disqualifiziert ))), ich freue mich einfach, wenn jemand sich so danebenbenimmt, dass er nicht mehr ernstgenommen werden braucht!

ich denke nicht, dass tigg irgendwelche beispiele nennen muss, die sind wohl bei vielen hier bekannt.

übrigens wäre es ja mal sehr interessant endlich zu erfahren, wie man ohne Dr.titel neonatologe, oh, ich sehe gerade, nun doch wieder kinderarzt sein kann?! oder steht ka nun für kanalarbeitern, küchenassistent, kinderaufpasser?

statt sich hier rumzudrücken sollten sie mir mal ein paar gegenargumente bieten, hören sie doch mal auf, sich zu drücken!

auf wunsch kann ich hier auch die neue statistik der ausserklinikschen geburtshilfe kurz erwähnen. der ausführliche und kommentierte text ist beim BfHD für 15,- zu haben.

Petra Heb
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 13:14           
ja sowas, da geht doch immer was schief, vergessen das smilie zu deaktivieren, es sollte so :o))) aussehen!

Saschi
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 13:14     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Ich bitte um die Kurzfassung :-)

Brehrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 13:22           
im übrigen hatte ich eine sehr gute, mir vertraute hausgeburtshebamme an meiner seite, mit der ich vorher den "fall der fälle" intensiv besprochen habe. auch das krankenhaus war informiert, sodass wir im notfall innerhalb von fünf minuten unter ärztlicher kontrolle gewesen wären.

5 Minuten können für ein "schlechtes" Baby viel zu lang sein.Kapierts doch!


ich wünschte mir wirklich, herr behrmann würde endlich aufhören, sämtliche foren mit seinen abenteuerlichen thesen zu zu texten.

Nix abenteuerlich: das ist der Sachstand in Geburtshilfe und Neonatologie.

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 13:31           
An Petra Heb

ich denke nicht, dass tigg irgendwelche beispiele nennen muss, die sind wohl bei vielen hier bekannt.

Beispiele und Einzelfälle sind ja gar nicht so interessant.Es geht einzig um die Argumentation,wie man einen Notfall verhindern bzw. behandeln will.

übrigens wäre es ja mal sehr interessant endlich zu erfahren, wie man ohne Dr.titel neonatologe, oh, ich sehe gerade, nun doch wieder kinderarzt sein kann?! oder steht ka nun für kanalarbeitern, küchenassistent, kinderaufpasser?


Sie sind so "gebildet",daß Sie nicht mal wissen,was eine Approbation und was eine Promotion bedeutet.Einen Dr.med. kann man sich in 4 Wochen zusammenschreiben.


statt sich hier rumzudrücken sollten sie mir mal ein paar gegenargumente bieten, hören sie doch mal auf, sich zu drücken!

ICH habe argumentiert im Gegensatz zu mancher Dame hier.Außerdem habe ich vielleicht ein paar mehr Kinder und Geburten gesehen als so manche Dummschwätzerin.

Saschi
Mitglied
erstellt am: 20. März 2001 17:05     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
Warum sind Sie eigentlich so verbohrt? Warum akzeptieren Sie nicht einen Kompromiß, der Ihre Interessen durchaus beinhaltet?

Manchmal habe ich das Gefühl, Sie nennen schwarz, was ihre Diskussionspartner weiß nennen, nur weil sie widersprechen müssen.

Da kommt bei Ihnen der Trotz zutage, den Sie mir unterstellen :-D

ama
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 18:07           
>Saschi
>erstellt am: 20. März 2001 17:05

>Warum akzeptieren Sie nicht einen
>Kompromiß, der Ihre Interessen durchaus
>beinhaltet?

Der Tod macht keine Kompromisse.

ama
http://www.ariplex.com/ama/amagrab1.htm
(über Folgendeponien)

Behrmann
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 19:19           
Warum sind Sie eigentlich so verbohrt? Warum akzeptieren Sie nicht einen Kompromiß, der Ihre Interessen durchaus beinhaltet?

Ich habe dazu schon früher andernorts Vorschläge gemacht.Immer mit dem Ziel einer ambulanten Geburt mit höchstmöglichem Sicherheitsstandard.

1.)Beleghebammen,die die Frauen länger kennen und mit in die Klinik gehen.

2,)"Aufrüsten" der Kliniken in Richtung Wohlfühlklima einerseits und Fachkompetenz der Mitarbeiter andererseits(Techniken der Neugeborenen-Notfallversorgung).
Dazu gehört auch eine wesentlich verbesserte personelle Besetzung.

3.)Vor der Entbindung Wunschlisten erstellen,die die Kliniksmitarbeiter intensiv verarbeiten sollten.

4.) Kritik an den Kliniken konsequent und klar schriftlich gegenüber Kliniks- UND Verwaltungschefs äußern(tut fast niemand).
Wenns jemand tut gibts einen Riesenwirbel.Das wird absolut ernst genommen.

Erstrebenswert wäre natürlich eine ECHTE Ausbildung der Hebammen in ECHTER Notfalltherapie (Intubieren,Infusion legen usw.).Das gibt aber einerseits das Berufsrecht nicht her und andererseits die Ausbildungskapazitäten.

nicola
unregistriert
erstellt am: 20. März 2001 20:32           
herr behrmann! ich bin überrascht! :-))

kaum lassen sie "ka" oder "neonatologe" weg, ist ihr beitrag richtig konstruktiv! *wow* ;)
ich hätte nicht gedacht, dass ich einem ihrer diskussionsbeiträge wirklich vollinhaltlich zustimmen könnte.

in einer umgebung wie von ihnen beschrieben, mit eigener hebamme und in angenehmer umgebung, mit genügend personal und mit der notfall-technik in reichweite, wenn meine vorher ausgedrückten wünsche respektiert werden - ja doch, dann würde ich auch in eine klinik gehen.

leider wird es solche kliniken in naher zukunft wohl nicht geben - es ist wie immer eine kostenfrage.
und solange es solche kliniken nicht gibt, würde ich bei einer zu erwartenden problemlosen geburt wieder ins geburtshaus gehen.

nicola

Saschi
Mitglied
erstellt am: 21. März 2001 00:26     Sehen Sie sich das Profil von Saschi an!   Senden Sie Saschi eine eMail!     
*lol* Nicola - Herr Behrmann ist auch gar nicht so böse, wie er immer tut. Schließlich will er auch nur das Beste und hat dabei einfach eine andere, manchmal (wahrscheinlich aber auch einfach berufsbedingte) höchst einseitige Sichtweise.

Aber ich freue mich, daß wir in diesem Punkt dann doch einmal einig werden konnten ) Das zeigt doch, daß wir gar nicht so auf einem falschen Weg sind.

Mal sehen, was die Zukunft bringt. Diskussionen wie diese finden überall statt und führen früher, oder halt auch eher später (mitunter aus Kostengründen) dazu, daß sich etwas ändert - und daß auch die scheinbar so Unversöhnlichen aufeinander zugehen und ihr Wissen ergänzen, um das Optimum für Betroffene zu erreichen.

Auch ich werde unser nächstes Kind - so sich in den Düsseldorfer Kliniken bis dahin nicht grundlegend etwas geändert hat - mit "unserer" Hebamme in "unserem" Geburtshaus, oder vielleicht sogar zu Hause begrüßen (aufgepaßt, Herr Dr. Solga, der Vater ist miteinbezogen ;o)). Außer, es spricht schon im Vorfeld etwas dagegen.

Ich denke, diese Diskussion ist nun abgeschlossen. Wenn alle Diskussionen so enden würden, wer weiß - vielleicht würden sie sogar etwas bringen....

Gute Nacht 8o)

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 21. März 2001 01:10     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Ja, sehen Sie Saschi, wenn man so die Beiträge von Anke J. ansieht, ist das Zusammenrücken eben nicht nur von Klinikseite sehr schwer, die andere Seite will auch nichts abgeben von ihrer Überzeugung!

Anke J.
unregistriert
erstellt am: 21. März 2001 09:10           
Dr. Solga, ich verstehe nicht ganz. Ordnen Sie mich denn einer Seite zu? Und wenn ja, welcher und woraus schließen Sie das? Welche Überzeugungen lesen Sie denn aus meinen sechs (von 98) Beiträgen?

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