Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Die in diesem File gemachten Ausagen dürfen auf keinen Fall bedenkenlos als wahr hingenommen werden! Fragen Sie bitte UNBEDINGT immer einen oder mehrere GUTE Ärzte. Denken Sie daran: Es geht um Ihre Gesundheit! Aus genau diesem Grund wurde diese Dokumentation erstellt!

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Autor Thema:   Frage an Leute anderer Berufsgruppen
R.Behrmann,Kinderarzt
unregistriert
erstellt am: 06. Februar 2001 19:14           
.insbesondere an den begnadeten Ökonomen Boris:

Was halten Sie von folgenden FAKTEN(die Zahlen basieren auf Angaben des Gesundheitsministeriums)?

Die Zahlen des Kinder-und Jugendärzte Berufsverbandes
bestätigen für 1999 und 2000 erneut die sattsam bekannten Unsäglichkeiten,gegen die niemand etwas unternimmt und die auch von der Presse nicht wahrgenommen werden:
1.)Die gesamte Zahnmedizin kostet die Hälfte von dem,was die ambulante „Rest“-Medizin bekommt (Umsatz von 120.000 Human-Medizin-Praxen).

2.)Die Praxis-Medizin,die 90% aller Patientenprobleme löst, kostet nur die Hälfte
von dem was die Kliniksmedizin verbraucht.

3.)Die Krankenkassenverwaltung kostet 1/3 dessen was die die gesamte
Praxismedizin mit ihren Kosten (= Umsatz;nicht Arzteinkommen) bekommt.

4.)Nimmt man die „sonstigen Ausgaben“ der Krankenkassen hinzu so kommt man auf weit über die Hälfte der Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung.

5.)Zahnmedizin,KK-Verwaltungskosten plus sonstige Ausgaben verbrauchen mehr als die sonstige Praxismedizin.

6.)Die KK-Verwaltungkosten steigen von Jahr zu Jahr in einem Bereich von 5-6%,die Einnahmen der Praxen im Bereich von 1,2-1,6 %.

7.)Die Ausgaben für Medikamente,Heil- und Hilfmittel übersteigen die
Ausgaben für die Praxismedizin um ca. 25%.Davon kassiert,der Staat den vollen Mehrwertsteuersatz,was in den meisten anderen Ländern nicht üblich ist.

8.)Kliniksmedizin plus ambulante Medizin (ohne Zahmedizin und ambulante Pharmaka u. Heil-/Hilfsmittel) bekommen nur die Hälfte des Gesundheits-
topfes.-Wo bleibt der Rest ? (s.o).

9.)Nach meinen Informationen wird vom Staat noch ein Betrag in der Größenordnung vom 17 Mrd. für krankenversicherungsfremde Leistungen,also zweckentfremdet herausgezogen.

10.) Die allermeisten Beitragszahler wissen nichts von alledem

--------------------------------------------------------------------------------

Seitz
Mitglied
erstellt am: 06. Februar 2001 19:35     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Die Kosten für die ambulante Versorgung betragen pro Jahr nur 38 Milliarden DM.
Es werden pro Jahr 18 Millarden DM für versicherungsfremde Leistungen bezahlt.
Durch Mehrwertsteuer bei Arzneien kassiert der Staat jährlich 5 Milliarden DM.

m.s.

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 14:08           
Nun mal langsam Herr Behrmann,


Tatsache ist doch, dass der gesamte deutsche Gesundheitsbetrieb einen Betrag von in etwa DM 500 Mrd. p.a. verschlingt.

Und wir sind uns ja wohl auch beide darüber einig, dass ein Großteil dieser angefallenen Kosten, letztendlich von den von Ihnen so hoch gelobten "Praxen-Medizinern" verursacht werden.Doch nun im einzelnen:


Zu 01)

Wie Meuresch in einem früheren Beitrag richtig ausführte, wurden im Jahre 1999 für den Bereich " zahnärztliche Behandlung " und nur hiervon reden wir, ein Betrag von durchschnittlich DM 212,00 und für den Bereich der " ambulanten ärztlichen Behandlung " ein Betrag von durchschnittlich DM 581,00 ( je Versicherten ) aufgewandt. Dies entspricht einem Anteil von 36,48% und nicht 50% oder 26,73% vom Gesamtaufwand ( DM DM 793 ). Nur soviel zur Klarstellung.

01.1)

Auch ansonsten ist diese Darstellung so nicht korrekt. Denn Tatsache ist doch auch, dass innerhalb der Restgruppe der Humanmediziner erhebliche Umsatzunterschiede auszumachen ( beispielsweise Röntgenfachärzte ) sind. Obwohl mir diese Zahlen nicht bekannt sind, so wird sich der hier erzielte Umsatz von den Umsätzen der Zahnmediziner nicht erheblich unterscheiden.Zu bedenken ist weiter, dass diese Gruppen innerhalb der Humanmedizin regelmäßig beträchtlich höhere Investitionskosten zu leisten haben und ständig in neue Gerätschaften investieren müssen ( Haftungsproblematik = immer auf dem neuesten Stand der Technik s. BGH Entscheidungen der letzten 10 Jahre ). Insoweit sind hier die höheren Umsätze auch zu rechtfertigen und damit schlüssig.

Zu 02)

Ich halte es für ausgesprochen gewagt, zu behaupten, dass die "Praxis-Medizin" 90% aller Patientenprobleme lösen würde. Wenn dem tatsächlich so wäre, so wären die Arztpraxen sicherlich nicht so überlaufen und wir hätten die Gesundheitskosten einigermaßen im Griff. Gerade der Humanmediziner hat doch ein originäres Interesse daran, dafür Sorge zu tragen, dass dieser Strom in die Praxen nicht aufhört. Ganz im Gegenteil könnte ein böswilliger Beobachter zu dem Schluß kommen, dass hier die Patienten ( oder eher Kunden ? ) von einer Praxis in die andere verschoben werden um sich regelmäßige Umsätze zu sichern.

02.1)

G e d a n k e n s p i e l

Wenn ich Ihnen heute ein Nettoeinkommen von DM 10.000,00 1/12 garantiere und sämtliche Kosten Ihrer Praxis ( Miete, Personal u.s.w. ) übernehme, möchte ich Ihnen fast garantieren, dass Ihre Praxis Ruck zuck leer und Ihre Patienten ( bis auf wenige bedauerliche Ausnahmen ) gesund wäre(n).

Zu 03)

Das mag ja sein aber doch immerhin "nur" etwa 4% vom gesamten Umsatz ( 500 Mrd. ). Wobei auch ich der Meinung bin, dass diese Kosten erheblich reduziert werden könnten.

Zu 07)

Diese Ausgaben wurden doch von Ihnen und hier von Ihrer Verschreibungspraxis verursacht. Wissen Sie überhaupt, welche Kosten entstehen, wenn von Ihnen eine " a)Nachtlagerungsschiene, b) Innenschuhe oder c)Therapiebadehose " für ein Kleinkind verschrieben werden? Unser Kinderarzt wußte es nicht. Und hier die Preise:

a) Nachtlagerungsschiene DM 8.583,14
b) Innenschuhe DM 5.108,85
c) Badehose DM 1.187,18



mehner
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 15:26           
Lieber Herr Ruf,
sie liefern, ohne es zu merken ein Paradebeispiel für die Einstellung der Mitarbeiter von Krankenkassen.

"Tatsache ist doch, dass der gesamte deutsche Gesundheitsbetrieb einen Betrag von in etwa DM 500 Mrd. p.a. verschlingt.
Und wir sind uns ja wohl auch beide darüber einig, dass ein Großteil dieser angefallenen Kosten, letztendlich von den von Ihnen so hoch gelobten "Praxen-Medizinern" verursacht werden."

Vertretern der KK ist offenbar nicht mehr klar, daß die Bürger ihnen Geld anvertrauen um es für die Gesundheit der BÜRGER auszugeben.
Ihr Statement ist ein schönes Beispiel für das Denken von Versicherern: " Mist, ein Schadensfall, da ist einer unser Kunden krank, jetzt geht der auch noch zum Arzt und
dieser verschwendet dann unser Geld an den Kunden und meine Bilanz sieht nicht mehr so schön aus".
Der Tag ist nicht mehr fern an dem sich der
Krankenkassenmitarbeiter noch einbildet er würde die Patienten behandeln,er sei es der die Patienten wieder gesund macht.

Es ist eine Absurdität und Unverschämtheit,
wenn ein Kassenmitarbeiter einem Arzt wenn dieser entscheidet, daß eine spezielle Lagerungsschiene medizinisch notwendig ist, die Kosten vorhält. Den Arzt gar als Kostentreiber bezeichnet.

Es ist an der Zeit, daß der Bürger langsam mal nachzufragen beginnt, wo sein Geld wirklich bleibt. Immer weniger Menschen lassen sich noch für dumm verkaufen, wenn ihnen gesagt wird, das Geld würde im Porsche
ihres Arztes stecken.
Eins ist jedenfalls klar,ob wir eine so intensive gesundheitliche Betreuung unserer
Bevölkerung wirklich brauchen kann diskutiert werden.Daß wir jedoch nicht auf jeden Arzt einen Krankenkassenmitarbeiter benötigen,( die Verhältniszahlen sind bereits so) damit das Geld des Patienten bei dem ankommt,der die medizinische Leistung erbracht hat ist doch wohl klar.
MfG Mehner

Zu 01)

Wie Meuresch in einem früheren Beitrag richtig ausführte, wurden im Jahre 1999 für den Bereich "
zahnärztliche Behandlung " und nur hiervon reden wir, ein Betrag von durchschnittlich DM 212,00 und für den
Bereich der " ambulanten ärztlichen Behandlung " ein Betrag von durchschnittlich DM 581,00 ( je Versicherten
) aufgewandt. Dies entspricht einem Anteil von 36,48% und nicht 50% oder 26,73% vom Gesamtaufwand (
DM DM 793 ). Nur soviel zur Klarstellung.

01.1)

Auch ansonsten ist diese Darstellung so nicht korrekt. Denn Tatsache ist doch auch, dass innerhalb der
Restgruppe der Humanmediziner erhebliche Umsatzunterschiede auszumachen ( beispielsweise
Röntgenfachärzte ) sind. Obwohl mir diese Zahlen nicht bekannt sind, so wird sich der hier erzielte Umsatz
von den Umsätzen der Zahnmediziner nicht erheblich unterscheiden.Zu bedenken ist weiter, dass diese
Gruppen innerhalb der Humanmedizin regelmäßig beträchtlich höhere Investitionskosten zu leisten haben und
ständig in neue Gerätschaften investieren müssen ( Haftungsproblematik = immer auf dem neuesten Stand
der Technik s. BGH Entscheidungen der letzten 10 Jahre ). Insoweit sind hier die höheren Umsätze auch zu
rechtfertigen und damit schlüssig.

Zu 02)

Ich halte es für ausgesprochen gewagt, zu behaupten, dass die "Praxis-Medizin" 90% aller Patientenprobleme
lösen würde. Wenn dem tatsächlich so wäre, so wären die Arztpraxen sicherlich nicht so überlaufen und wir
hätten die Gesundheitskosten einigermaßen im Griff. Gerade der Humanmediziner hat doch ein originäres
Interesse daran, dafür Sorge zu tragen, dass dieser Strom in die Praxen nicht aufhört. Ganz im Gegenteil
könnte ein böswilliger Beobachter zu dem Schluß kommen, dass hier die Patienten ( oder eher Kunden ? ) von
einer Praxis in die andere verschoben werden um sich regelmäßige Umsätze zu sichern.

02.1)

G e d a n k e n s p i e l

Wenn ich Ihnen heute ein Nettoeinkommen von DM 10.000,00 1/12 garantiere und sämtliche Kosten Ihrer
Praxis ( Miete, Personal u.s.w. ) übernehme, möchte ich Ihnen fast garantieren, dass Ihre Praxis Ruck zuck
leer und Ihre Patienten ( bis auf wenige bedauerliche Ausnahmen ) gesund wäre(n).

Zu 03)

Das mag ja sein aber doch immerhin "nur" etwa 4% vom gesamten Umsatz ( 500 Mrd. ). Wobei auch ich der
Meinung bin, dass diese Kosten erheblich reduziert werden könnten.

Zu 07)

Diese Ausgaben wurden doch von Ihnen und hier von Ihrer Verschreibungspraxis verursacht. Wissen Sie
überhaupt, welche Kosten entstehen, wenn von Ihnen eine " a)Nachtlagerungsschiene, b) Innenschuhe oder
c)Therapiebadehose " für ein Kleinkind verschrieben werden? Unser Kinderarzt wußte es nicht. Und hier die
Preise:

Seitz
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 15:39     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Lieber Herr Ruf,
Hätten Sie aufmerksam gelesen wüßten sie, daß von den 500 Mrd. nur 38 Mrd. für die gesamte ambulante Medizin aufgewendet werden. Das sind gerade mal 7,6%. 7,6% der Ausgaben werden für den eigentlichen Zweck aufgewendet. Da muß sich doch jeder erst einmal fragen Wo bleibt das restliche Geld??

m.s.

dent. Hardt
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 17:07           
Das habe ich also richtig verstanden. Für knapp 800.- DM / Versicherten/Jahr leisten die Ärzte und Zahnärzte die komplette ambulante Behandlung. 800.-DM entsprechen ca. 2 Monatsbeiträgen. Die Frage nach dem Verbleib der restlichen 10 -11 Monatsbeiträgen scheint mir mehr als berechtigt. Ein weitere Beweis dafür, daß die niedergelassenen Ärzte seit Jahren den billigen Jakob für die Kassen machen.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 17:41     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
<<800.-DM entsprechen ca. 2 Monatsbeiträgen. <<
Lieber Herr Hardt,
da irren sie sich. Sie vergessen den Arbeitgeberanteil!!
800,- sind ca 1 Monatsbeitrag!!

m.s.

dent. Hardt
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 17:48           
vollkommen korrekt. Ich habe mir erlaubt zu berücksichtigen, daß viele Mitglieder nicht den Höchstsatz bezahlen.

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 19:36           
Lieber Herr Mehner,

wenige sind so weit von Krankenversicherern und/oder deren Mitarbeiter und hier insbesondere von deren Gedankengut so weit entfernt, wie ich selbst.Ich bin weder Krankenversicherungsmitarbeiter noch vetrete ich deren Interesse, noch beabsichtige ich dies künftig zu tun.Querdenken ist angesagt und hierzu fordere ich auf. Also nochmals:


01)

Was würde denn geschehen, wenn die auch nach meiner unmaßgeblichen Meinung viel zu hohen Verwaltungskosten auf einen für die Ärzteschaft akzeptabelen Anteil reduziert werden würden ( könnten )?

Richtig, es wäre " mehr " Verteilungsmasse vorhanden.

Und weiter ?

Was denken Sie denn, wer den Löwenanteil dieser nunmehr erhöhten " Verteilungsmasse " für sich erfolgreich reklamieren und dann auch erhalten würde ?

Die Humanmediziner ?

Nicht das wir uns hier mißverstehen.Auch ich bin der Meinung, dass hier ein erheblicher Nachholbedarf für die Humanmediziner und die dort Tätigen vorhanden ist.

Doch von was träumen wir denn Nachts ????

Schon mal etwas von lobbyismus gehört ?

Wem sitzt unserer verehrten Ministerin ( auch der ehemaligen ) denn gegenüber ??

Auf der einen Seite ein paar uneinige sich widersprechende ständig daher lamentierender Ärzteverteter und auf der anderen Seite eine Handvoll sorgfältigst ausgelesener weltweit agierender Pharma- /Industrierepäsentanten mit prallgefüllter " Spendenkasse " und einem Gruppengesamtumsatz in einer Höhe, welche manche Bruttoinlandsprodukte kleinerer Länder locker übersteigen.

Was glauben Sie, wo diese neue " Verteilungsmasse " landet ?

Ich denke, in diesem Forum müßten völlig andere Fragen gestellt werden. Darüber sollte man einmal nachdenken.


Gute Nacht !


Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 20:30     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Re Herr Ruf:

Zitat: "Und wir sind uns ja wohl auch beide darüber einig, dass ein Großteil dieser angefallenen Kosten, letztendlich von den von Ihnen so hoch gelobten "Praxen-Medizinern" verursacht werden.Doch nun im einzelnen:" Zitatende

Auch wenn Sie beide sich einig sind: es stimmt einfach nicht! Das Gegenteil ist der Fall, Ihre Behauptung bestenfalls der Propaganda entlehnt. Die Ausgaben für Ärzte betragen im GKV-Bereich (und nur hier existieren amtliche, d.h. noch lange nicht zwangsläufig korrekte!, Angaben) gegenwärtig knapp 14% der Einnahmen der Krankenkassen.

Wie kommen Sie dazu, die Angaben von Meuresch seien richtig gewesen? 1999 gab es 50 927 000 Mitglieder der gesetzlichen Kassen. Die letzten "offiziellen Zahlen" betr. Einnahmen und Ausgaben im stat. Taschenbuch Gesundheit stammen von 1997, im BMG herunterzuladen. Dort stehen auch die Ausgaben für ambulante Betreuung und Zahnarztkosten usw., mal da nachsehen und den Dreisatz zum Einsatz bringen, da werden die Verhältnisse transparent. (Beispiel: Für ambulante Betreuung wurden 40 Mrd. DM ausgegeben. Das ergibt pro Jahr und Versicherten ca. DM 800, nicht DM 581. Die Frage Versicherten bringt oft die Frage der Mitglioeder oder Versicherte durcheinander, daher sind alleine die Gesamtzahlen vergleichbar.)

zu 1.1. Die Umsatzunterschiede sind doch in der Frage der Gesamtzahlen völlig unerheblich, was soll das hier? Daß Einer, der zwangsläufig teure Geräte haben muß (Nuklearmedizin oder Röntgen einen erheblich höhern UMSATZ haben muß als ein Psychiater, ist wohl klar. Ein Hinweis darauf, ob der oder jener damit letztlich leben kann, ist keinesfalls aus dem Umsatz gegeben! Dies ist bei Zahn- und sonstigen Medizinern gegeben.

Zu 02. : Es ist nun mal Fakt, daß weltweit die ambulante Medizin die Basis des Gesundheitswesens darstellt, in der nun einmal (s.WHO, aber suchen bitte selber!) über 90% der Gesundheits- oder Krankheitsfälle bearbeitet werden und in dem knapp 90% der Gesundheitsprobleme definitiv abgeklärt und beendet werden. Das mag einem passen oder nicht, das ist so.

zu 02.1: Dummfug! Zu Zeiten, als ich in der DDR in einer Poliklinik für 1200 Mark angestellt habe, war der Gang, der da als Warteraum diente, immer knackend voll, das war in allen Polikliniken, die ich damals kennengelernt habe, so! Die Behauptung, fest angestellte Ärzte würden schlagartig faul und die Menschen gesund, ist ein durch nichts zu rechtfertigende Unterstellung, denn die Vergangenheit lehrt genau das Gegenteil. Auch die Zahnärzte waren in der DDR mit angestellten Zahnärzten gut besucht, das habe ich als Patient mitbekommen, und es wurde dennoch hart dort gearbeitet und nicht gefaulenzt.

Zu 3.: wenn man sich die Einnahmen der KVen und die angeblichen Ausgaben der Krankenkassen für Ärzte ansieht, klafft da eine Lücke von jährlich 6 Mrd. DM (bis 1997 habe ich da Zahlen). Damit ist der Anteil der Einnahmen, der bei den Kassen selber bleibt, wesentlich höher, nämlich schon mal nicht 9 Mrd, sondern 15 Mrd. pro Jahr. Hochrechnen auf die Gesamtausgaben möchte ich das schon gar nicht mehr.

zu 07. Sind Sie denn noch bei Troste? In Zeiten einer wissenschaftlich fundierten Medizin gibt es festliegende Behandlungsstrategien, die Kosten werden nicht vom Arzt veranlaßt, sondern vom Patienten! Der Patient benötigt eine Behandlung, die sich aus seinem Krankheitsbild ergibt, der Arzt ist lediglich der Gutachter, der berät, welche Behandlung die angemessenste ist. An Ihrem Beispiel können Sie nur mal sehen, wie unterbezahlt der Arzt ist, wenn er für seine Arbeit demgegenüber 200 Punkte im Quartal für dasselbe Kind bekommt, das sind bei 5 Pfennigen pro Punkt DM 10 (in Worten: ZEHN!)

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 20:53           
Kann mir jemand mal ganz schnell helfen:
Wo finde ich eine einigermaßen seriöse Statistik mit den ominösen 500 Mrd. DM zum herunterladen ?
Danke Klaus Vetter

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 20:54     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Re Ruf: zu Lobbyismus: Während Ärztevertreter im Jahre 1998 bei insgesamt 38 Anfragen nach Gespächsterminen zu 4 Gesprächen geladen wurden, hatten Krankenkassenvertreter insgesamt 52 Termine beim Minister! Wer darf da Lobbypolitik machen?

Dr. Matthias Solga
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 20:58     Sehen Sie sich das Profil von Dr. Matthias Solga an!   Senden Sie Dr. Matthias Solga eine eMail!     
Re. Vetter:

http://www.statistik-bund.de/basis/d/gesu/gesutab4.htm

Grüße nach Lehesten!!

Behrmann,KA
unregistriert
erstellt am: 07. Februar 2001 22:53           
Re Ruf: zu Lobbyismus: Während Ärztevertreter im Jahre 1998 bei insgesamt 38 Anfragen nach Gespächsterminen zu 4 Gesprächen geladen wurden, hatten Krankenkassenvertreter insgesamt 52 Termine beim Minister! Wer darf da Lobbypolitik machen?

Jaaaaa;und dann sitzt da ja eine recht hohe Knallcharge r.med.Schulte-Sasse,der direkt von der AOK kommt.

Der Jordan angeblich auch.

Unter Fischer lief da reine Krankenkassen-Begünstigungspolitik - und das auch noch ohne Sinn und Verstand.Chaostruppe,Laienspieler!

Peter Rapp
Mitglied
erstellt am: 07. Februar 2001 22:56     Sehen Sie sich das Profil von Peter Rapp an!   Senden Sie Peter Rapp eine eMail!     
Jordan sitzt nicht mehr in dieser Funktion
PR

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 01:05           
Ab und an braucht jeder eine positive Nachricht, selbst wenn sie nur vordergründig positiv ist.
Jordan - Schaich-Walch = Regen - Traufe ?
Klaus Vetter

B
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 03:10           
.. wer vorher schon weiss, was er sagen oder "belegen" möchte, kann sich die Suche nach passenden Statistiken sparen... reine Fleißarbeit... null Erkentnisgewinn...
B.

Klaus Vetter
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 04:08           
B. : Da ich mir nur sehr schwer vorstellen kann, daß das Gesundheitsministerium, das Statistische Bundesamt oder die Krankenkassen ihre Statistiken an die Argumente der Ärzte anpassen, frage ich mich, was Sie wohl mit Ihrem letzten Beitrag sagen wollen.
Eventuell, daß diese Statistiken nicht das Geld wert sind, das ihre Erstellung gekostet hat, da eh gefälscht ?
Klaus Vetter

Seitz
Mitglied
erstellt am: 08. Februar 2001 12:58     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Lieber Herr Ruf,
Querdenker sind prinzipiell nicht verkehrt. Aber bevor man "quer" denken kann muß man das "Eindimemsionale" verstanden haben.

m.s.

harald Ruf
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 14:04           
Dr. Solga


zu lobbyismus


Der Denkansatz ist ja schon ganz richtig. Weiter so.

Der kleine aber feine Unterschied besteht darin, dass die einen Termine mit der Ministerin suchen, die anderen wahrnehmen und wieder andere Minister machen. Das " Minister machen " ist die hohe Kunst des lobbyismus.


zu Statistik


Tatsache ist wohl, dass die Gesamtausgaben aller Leistungserbringer ( Gesundheitswesen )in 1997 ca. 516,6 MRD DM betrug.Dies ist allerdings nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich wurden von den gesetzlichen Krankenversicherern insgesamt "nur" 240,4 MRD DM aufgewandt. Auf den ambulanten Bereich vielen hier ca. 38 MRD DM, was einem Anteil von 15,8% entspricht.

Der Gesamtaufwand für den ambulanten Bereich aller Leistungserbringer betrug in 1997 insgesamt 93,7 MRD DM. Dies entspricht einem Anteil von ca. 18.1%.


Krankenkassenmensch
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 14:44           
Na super!

Das Einkommengefüge der Ärzte wird also nachhaltig vom bösen Krankenkassenmitarbeiter verursacht. Und erst die Kopfpauschale. Ich werde mich wohl gleich in die Fußgängerpassage aufmachen und sammeln gehen -für notleidende Ärzte. Warum wechseln Sie nicht einfach den Job wenn Sie nicht zufrieden sind?
Also: Wer sich ein wenig auskennt weiß, das die Kopfpauschalen für die Behandlung von Ihren Kunden (na, wer mal trotz Termin 1 Stunde gewartet hat...) summenmäßig festgelegt und die Steigerungen gesetzlich vorgeschrieben sind. Und das die Arbeit bei angestellten Ärzten nicht weniger wird stimmt - denn je mehr Ärzte je mehr Patienten. Also kann es doch nur heißen: Qualität der Behandlung prüfen, schlechte Ärzte aussortieren, Ärztezentren forcieren, Gelder besser verteilen.
Und das mit dem Porsche stimmt tatsächlich nicht- die zahlen nicht die Patienten sondern der Steuerzahler, weil der Wagen ja abgesetzt werden kann für Patientenbesuche.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 08. Februar 2001 19:46     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Hier entlarvt sich der Kassenmensch wieder als Patientenfeind.
<< Warum wechseln Sie nicht einfach den Job wenn Sie nicht zufrieden sind?<<
Was ist, wenn meine Patienten mich als Hausarzt behalten wollen.
Was wechseln Patienten im Zweifelsfall lieber:
Ihren Hausarzt oder ihre Krankenkasse oder ihren Krankenkassenmitarbeiter??
Seltsamerweise sind alle Ärzte nicht zufrieden. Sollen alle Ärzte aufhören??
Solches Kassendenken bringt uns garantiert nicht weiter!

m.s.

Seitz
Mitglied
erstellt am: 08. Februar 2001 19:51     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
<<Qualität der Behandlung prüfen, schlechte Ärzte aussortieren, Ärztezentren forcieren, Gelder besser verteilen.<<
Was ist eigentlich ein schlechter Arzt? Einer, der im Interesse des Patienten auch einmal die Behandlungsstandards vernachlässigt?
Wehe den Patienten, wenn solche Kassenmenschen die Qualität der Ärzte festlegen!!
Einen Vorteil hätte das Ganze allerdings. Wir hätten bald keine Patienten mehr.

m.s.

lucky
unregistriert
erstellt am: 08. Februar 2001 21:39           
Lieber Herr Seitz,

Ärzte haben doch Qualitäten! Viele sogar!
Und selbstverständlich lassen sich Parameter und Tests ersinnen, um diese Qualität zu messen.
Und führte man solche Tests durch, so würde sich herausstellen, daß die meßbare Qualität durchaus unterschiedlich verteilt ist. So wie es gute und schlechte Fußballer oder Lehrer gibt, so gibt es auch gute und schlechte Ärzte.
Sollten die Kassen die Möglichkeiten des selektiven Vertragsschlusses aus dem §140 dereinst intensiver nutzen, wird Qualität ein Selektionsvorteil sein. Die Guten werden die fetten Verträge bekommen, die Schlechten bleiben bei der KV.
Wann haben Sie das letzte Mal an einem Kurs für Evidence based medicine teilgenommen?


Behrmann,Kinderkassenarzt
unregistriert
erstellt am: 09. Februar 2001 00:54           
Und das mit dem Porsche stimmt tatsächlich nicht- die zahlen nicht die Patienten sondern der Steuerzahler, weil der Wagen ja abgesetzt werden kann für Patientenbesuche.

Dummschwätzer - Autos werden prozentual nach
Aufwand abgesetzt und schon gar nicht FINANZIERT.

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