Dokumentation: Der Fall Forum des Gesundheitsministeriums


17.3.2002

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Autor Thema:   Deutschland ist längst zum Arzneimittel - Billigland geworden
Seitz
Mitglied
erstellt am: 28. Januar 2001 13:54     Sehen Sie sich das Profil von Seitz an!   Senden Sie Seitz eine eMail!     
Ärzte Zeitung, 26.01.2001
Überdrehen Kassen die Festbetragsschraube?
Die Konsequenzen für Unternehmen und Patienten im Arzneimittel-Billigland Deutschland
Bislang konnten die Kassen sicher sein: Wenn sie neue Festbeträge beschlossen, senkte die Industrie ihre Preise auf Festbetragsniveau oder sogar darunter. Jetzt wollen wichtige Hersteller mit bedeutenden Produkten weitere Preissenkungen nicht mehr mitmachen - lieber riskieren sie drastische Absatzverluste auf dem deutschen Markt als in einen internationalen Preisstrudel gezogen zu werden.

Wenn die Krankenkassen am 7. Februar die Festbeträge für eine Reihe von Arzneimitteln tatsächlich so drastisch absenken sollten wie geplant, dann stehen einigen bedeutenden Herstellern schwierige Entscheidungen bevor.
Entscheiden sie sich dafür, ihren bisherigen Preis beizubehalten, dann müssen Patienten ab dem 1. April kräftig zuzahlen - und das müßten ihnen die Ärzte vorher auch mitteilen - oder die Ärzte müßten ihre Patienten auf andere Arzneimittel umstellen. Ein Unternehmen, das einen solchen Schritt geht, riskiert jedenfalls massive Absatzeinbrüche.
Preis- und Erstattungspolitik sind längst globalisiert
Einige Unternehmen haben nun angekündigt, daß sie nicht bereit sind, der Festbetragspolitik der Krankenkassen, die Absenkungen von bis zu 55 Prozent vorsieht, zu folgen.
Warum?
In der Realität funktionieren die Arzneimittelmärkte in einer Mischung von Wettbewerb, marktlicher Ordnung und staatlicher Regulierung sehr unterschiedlicher Qualität und Eingriffstiefe. Die Briten regulieren primär die Gewinne der Unternehmen, und wer im Lande forscht und produziert, erhält Zuschläge. Großbritannien hat heute das höchste Preisniveau in Europa. Ähnlich macht es seit Jahren das einst arme Irland. Mit einer konsequenten Industrieförderung und Hochpreispolitik ist die grüne Insel heute ein bedeutender Standort für High- und Biotech. Der Wohlstand wächst. Auch die sparsamen Holländer erlauben auf ihrem Pharmamarkt ein Preisniveau, das im Schnitt um ein Viertel über dem deutschen liegt. All diesen Ländern ist eines gemeinsam: Auf die Höhe der Erstattung und damit auf die Preise nehmen Staat oder Sozialversicherung Einfluß.
Die einstige Arzneimittelapotheke der Welt ist hingegen auf die unteren Plätze gerutscht. Nur noch in Spanien und Griechenland sind Arzneimittel günstiger zu haben.
In erster Linie ist dies ein Resultat eines intensiven Preiswettbewerbs auf dem Generika-Markt. Denn nirgendwo in Industrieländern ist der Marktanteil von Nachahmerpräparaten höher als in Deutschland.
Ein solcher Preiswettbewerb zwischen Originalpräparaten und Generika ist von der Industrie längst akzeptiert.
Festbeträge zielen aber nicht nur auf Generika und patentfreie Originalpräparate, sondern auch auf noch patentgeschützte Arzneien, die ihrerseits bei der Festsetzung von Festbeträgen mit Nachahmerpräparaten in einen Topf geworfen werden.
Was würde passieren, wenn der Hersteller eines noch patentgeschützten Arzneimittels seinen Preis um rund 50 Prozent auf das Niveau der geplanten Festbeträge senken müßte?
In der ersten Runde würde er rund die Hälfte seines Umsatzes verlieren. Um den Umsatz zu halten, müßte die Absatzmenge verdoppelt werden - eine unrealistische Annahme. Noch utopischer wäre es, glaubte man, durch Absatzausweitung den ursprünglichen Ertrag sichern zu können. Da innerhalb der Europäischen Union freier Warenhandel gewährleistet ist, können Arzneimittel im Prinzip immer dort gekauft werden, wo ihr Preis am niedrigsten ist. Die drastische Preissenkung eines Medikaments in Deutschland würde die Bundesrepublik zum gefragten europäischen Discounter machen. Die so in Gang gesetzten Parallelimporte aus Deutschland in andere Länder lassen sich weder rechtlich noch faktisch verhindern. Sie haben für einzelne Produkte inzwischen ein beachtliches Volumen erreicht.
Konkrete Beispiel: Die Kassen wollen den Festbetrag für den ACE-Hemmer Cibacen von derzeit 78 auf 32 Pfennig pro 10-mg-Tablette senken. Damit würde das Arzneimittel nur etwa halb so viel kosten wie in Spanien und Griechenland. Ebenfalls drastische Festbetragssenkungen planen die Kassen für den Calciumantagonisten Norvasc. Hier drohen dem Unternehmen Verluste in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe.
Es liegt auf der Hand, daß eine Versorgung zu den Preisvorstellungen der deutschen Krankenkassen jenseits der Realität liegt.
Ferner: Fast alle Industriestaaten in Europa und in Asien oder ihre Sozialversicherungen orientieren sich mit ihrer Erstattungspolitik an einem Referenzland. Da die USA mit ihrem extrem marktwirtschaftlich organisierten Gesundheitswesen nicht den sozialpolitischen Kulturen der meisten Industriestaaten entspricht, greift man auf ein anderes Referenzland mit einem vergleichsweise hohen Versorgungsstandard zurück: Deutschland.
Referenzpreis-Systeme und Kellertreppen-Effekte
Würde ein Hersteller dem Festbetragsdumping der deutschen Kassen folgen, würde dies internationale Signalwirkung haben - der Sturz in den Keller auch in anderen Ländern wäre nur schwer aufzuhalten.
Die Kassen, die bislang durchweg darauf vertrauen konnten, daß die Hersteller ihre Preise an die Festbeträge angepaßt haben, spielen jetzt Vabanque. Nehmen sie nicht zur Kenntnis, daß das deutsche Arzneipreisniveau das untere Drittel in Europa erreicht hat, riskieren sie, daß für GKV-Patienten bedeutende und wirksame Arzneimittel nur noch um den Preis hoher Zuzahlungen oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen.
FAZIT
Neuere Arzneimittel spielen ihre Forschungs- und Entwicklungskosten nur dann ein, wenn sie international vermarktet werden.
Nationale Preisentscheidungen können heute nicht mehr allein unter nationalen Gesichtspunkten gesehen werden.
Würde ein Hersteller dem Festbetrags-Dumping der deutschen Krankenkassen folgen, so würde das unter den Bedingungen des freien Warenverkehrs in Europa gigantische Parallelimporte auslösen.
Da diesmal die Preise nicht den geplanten Festbeträgen angepaßt werden, riskieren die Kassen, daß ihre Versicherten nicht mehr wie gewohnt versorgt werden können.

Graphik unter: www.seitz.online.de/apreis.htm

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