Re: Ich finde es traurig


[ Forum AIDS ]


Geschrieben von Wilfried am 10. Januar 2003 20:10:37:

Als Antwort auf: Re: Ich finde es traurig geschrieben von Arnold am 09. Januar 2003 23:59:45:

Hallo Arnold,

>ich hatte schon bei meinem damaligen kurzen Diskurs mit Dir den Eindruck, dass Du hoffnungslos im Sumpf der HIV-Zweifler versunken bist. Da jedoch auch andere Menschen diese Forums-Einträge lesen, möchte ich dennoch auf Dein Posting antworten.

Du scheinst ja ziemlich anmaßend zu sein. Du glaubst, daß Du Dir anhand der wenigen Worte, die ich hier geschrieben habe Dir ein solches Urteil erlauben kannst. Ich habe mich im übrigen noch nie als HIV-Zweifler bezeichnet, wohl aber als HIV-Kritiker.

Allerdings gehöre ich zu einer ganz kleinen Gruppe, die in manchen Punkten nicht konform geht mit der üblichen HIV/AIDS-Kritik, die nur Drogen, Poppers und ähnliches als Ursache für AIDS anerkennt. Mehr dazu geht aus den Texten meiner Homepage hervor.

Außerdem distanziere ich mich seit jeher von Kritikern, die gegen Safer-Sex sprechen oder für die es kein Immunsystem gibt (Hamer-Anhänger), ebenso von solchen, die Betroffene auffordern trotz nachgewiesener HIV-Infektion keine frühzeitige fundierte alternative Therapie zu machen.

>Zunächst einmal habe ich beim überfliegen Deiner Postings den Eindruck gewonnen, dass diese im Laufe der Zeit deutlich aggressiver geworden sind und Deine Sprache zunehmend roher, siehe z.B. deine Angriffe gegen Herrn Viehstädt.(http://f23.parsimony.net/forum51884/messages/2504.htm)

Überfliegen reicht nicht! Man sollte meine Texte schon häufiger und intensiv lesen, da sie in komprimierter Form meine wichtigsten ERkenntnisse und Erfahrungen enthalten.

Du hast gut beobachtet, daß ich auch agrressiv werden kann. Daher geht mir auch die jetzige Diskussion mit Dir auf den Senkel, weil es immerzu dasselbe ist. Wenn jemand wie Herr V. über AIDS-Kranke in einer beschämenden Weise herzieht, ist es mein gutes Recht diese in Schutz zu nehmen. Ich bin nämlich grundsätzlich gegen Pauschalurteile. Das geht Dir aber offensichtlich ab, da Du ja auch in Deinen aktuellen Beiträgen glaubst alle HIV-Kritiker in einen Topf werfen zu können.

>Da ich keinerlei Weisungsbefugnis gegenüber irgendeinem Leser dieses Forums habe, kann ich es ohnehin nur jedem selbst überlassen. Nichtsdestoweniger halte ich es für wichtig auf die Gefahren hinzuweisen, die sich aus der Identifikation mit den Zweifler-Thesen ergeben: totaler Realitätsverlust, gesellschaftliche Isolation und im schlimmsten Fall - bei entsprechendem Verhalten - natürlich die HIV-Infektion.

Was heißt denn für Dich Gefahren? Heißt das, daß jeder Positive die Kombi zu nehmen hat und wenn ja, ab wann ist das Deiner Ansicht nach zwingend? Die Auseinandersetzung und Identifikation mit den Thesen der HIV/AIDS-Kritik ist für alle HIV-positiv Definierten sinnvoll bis lebensrettend.

Problematisch wird es an dem Punkt, und da bin ich mit Dir einig, wenn Betroffene oder auch Nichtbetroffene daraus den Schluß ziehen, daß Safer-Sex nicht notwendig sei oder wenn Betroffene glauben, daß sie keinerlei Therapie machen müßten, auch keine alternative. Diese Zusammenhänge habe ich bereits in vielen Beiträgen hier erläutert. Insofern müßtest Du wissen, daß gerade ich davor warne, bei der Auseinandersetzung mit der HIV-Kritik stehen zu bleiben.
Die schlimmsten AIDS-Kranken, die ich in meiner Praxis gesehen habe, waren ja gerade fanatisch HIV/AIDS-kritisch orientierte, die in der Tat nicht weit weg waren von psychiatrischen Konsequenzen.

Daher habe auch ich meine Probleme mit einigen HIV/AIDS-Kritikern, die zudem meist Theoretiker sind und denen jegliche Erfahrung mit HIV-Positiven fehlt.

>Es ist interessant, dass Du hier ganz klar zugestehst, dass es in der HIV-Medizin einen FORTSCHRITT gibt. Nämlich z.B., dass man durch die Senkung der AZT-Dosen den Patienten weit weniger mit Nebenwirkungen belastet, bei etwa gleicher Wirkung gegen HIV.

Na ja, der Fortschritt ist relativ. Mit den hohen AZT-Dosen starben die Leute relativ schnell und sicher. Mit den heutigen Kombitherapien leben die meisten Betroffenen zwar länger, dafür aber viele mit zunehmenden und schlimmen Nebenwirkungen und Folgekrankheiten. Kennst Du solche Leute oder bist Du hier ein Theoretiker der anderen Seite?

>Wenn übrigens EINIGE (nicht viele) möglicherweise tatsächlich in der allerersten Phase des AZT-Einsatzes durch die Nebenwirkungen gestorben sein SOLLTEN, so halte ich es dennoch für ausgesprochen schäbig, diese mögliche Tatsache als Grund zunehmen, die beteiligten Forscher und Ärzte mit verbalem Schmutz zu bewerfen (was Du hier nicht getan hast, aber oft genug passiert).

Ja, aber ich könnte es tun. Hast Du schon einmal wie ich aus nächster Nähe erleben können, wie ein AIDS-Kranker an den hohen AZT-Dosen schnell und sicher krepiert ist und dabei die einzelnen Stationen hautnah miterlebt? Als es zu spät war, war er für meine andere Sichtweise zugänglich und bedauerte, daß es kein zurück mehr gab. Der Patient war extrem wissenschaftshörig.

>Es ist lange bekannt und wird von keinem "orthodoxen" Mediziner bestritten, dass es, relativ zur Gesamtzahl der HIV-Positiven, einige WENIGE Menschen gibt, die sehr lange mit HIV leben können, sogar ohne anti-retrovirale Medikamente. Diese Personengruppe bezeichnet man als Longterm-non-progressors.
>Man vermutet in diesen Menschen eine bestimmte genetische Veranlagung, die sie gegen HIV schützt.

Ja, aber sie haben angeblich einen Gen-Defekt! Hauptsache ein Defekt! Da geht mir aber wirklich der Hut hoch! Und es könnte noch viel mehr Menschen dieser Art geben, wenn diese Informationen ihnen nicht von den AIDS-Hilfen und von Ärzten vorenthalten würden, wenn mehr publik wäre über alternative Wege und Behandlungsmöglichkeiten und wenn es mehr versierte Therapeuten auf diesem Gebiet gäbe und wenn bei gesetzlich Versicherten eine Finanzierung einer alternativen Therapie möglich wäre.

>Diese Tatsache ist jedoch keinerlei Grund an der Ursächlichkeit HIVs für AIDS zu zweifeln, denn es ist bei JEDER Infektionskrankheit so, dass es einige Menschen gibt, die trotz massiver Erreger-Exposition nicht erkranken, da sie genetisch bedingt eine ausgesprochen hohe Widerstandskraft haben!

Du magst Dich ja gut auskennen hinsichtlich dessen, was die orthodoxe Medizin als ursächlich für AIDS sieht. Aber offensichtlich fehlt Dir der Kontakt zu vielen Betroffen, wie ich ihn habe, um zu einer anderen Sichtweise zu kommen.

NIEMALS ist HIV alleine die Ursache für das, was als AIDS bezeichnet wird, NIEMALS.

Mit solchen Sichtweisen hälst Du allenfalls HIV-Gläubige davon ab, über ihre Ängste vor HIV und AIDS und deren Folgewirkungen sowie über belastende Faktoren in der Lebensweise zu reflektieren.

>Im übrigen habe ich mich eingehend mit den Zweifler-Thesen beschäfigt und weiß daher sehr wohl wovon ich spreche. Ich bin keinesfalls einseitig informiert.

Davon merke ich aber hier nicht das geringste.

>Es ist doch unfassbar, dass hier Menschen die Illusion der Harmlosigkeit (oder sogar der Nichtexistenz!) HIVs vorgegaukelt wird und sich dadurch Menschen mit HIV infizieren und in einen grausamen Tod getrieben werden.

Safer-Sex sollte praktiziert werden unabhängig davon, ob es einen HI-Virus gibt oder nicht. Ansonsten kenne ich mehr Menschen, die durch AZT und die Kombitherapien in den Tod getrieben wurden.

>Das Schlimme ist ja, dass es hier nicht nur um SICHTWEISEN geht. Wenn sich ein Leser dieses Forums aufgrund dieser irrigen SICHTWEISE nämlich mit HIV infiziert hat und die ersten opportunistischen Infektionen auftreten, dann ist es irrelevant, welche SICHTWEISE er hat. DANN HAT ER NÄMLICH AIDS!

Ja, auch da sind wir uns einig, daß opportunistische Infektionen auftreten können, auch, wenn der Betreffende vorher nichts von einer HIV-Infektion wußte.

Wenn aber opportunistische Infektionen auftreten, wurde in aller Regel vorher eine ganze Menge versäumt. Das kann viele Gründe haben, die sowohl beim Patienten, wie beim Therapeuten, wie bei behandelnden Ärzten wie auch in der finanziellen Situation zu suchen sind.

>Ich hatte bei meinem ersten Erscheinen in diesem Forum, im letzten Jahr, bereits darauf hingewiesen, dass eine Ärztin und HIV-Zweiflerin, Juliane Sacher, die auch mit "natürlichen" Mitteln AIDS-Kranke behandelt hat (und ich fürchte, wohl noch tut), in einer Talkshow von Erich Böhme zugegeben hat, dass bereits HUNDERTE ihrer Patienten gestorben waren.

Das halte ich für einen schlechten Witz. Es mögen auch bei Juliane Sacher AIDS-Kranke verstorben sein, aber NIEMALS HUNDERTE!
Und im übrigen arbeitet Juliane mit ähnlichen Therapien wie ich. Sie setzt sogar im Einzelfall die Kombi ein, wenn es zwingende Gründe dafür gibt.

Tatsache ist jedenfalls, daß man durch ganzheitliche biologische Therapien in vielen Fällen die Entwicklung von AIDS verhindern kann, in vielen Fällen selbst opportunistische Infektionen verbessern kann und in vielen Fällen der Einsatz der Kombi gar nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich ist.

>Ich kann wirklich nur allen Lesern dieses Forums empfehlen: Lasst die Beschäftigung mit diesem Unsinn! Es kann Euch nur schaden und im schlimmsten Fall sogar das Leben kosten.

Ich kann meinerseits wirklich nur allen Lesern dieses Forums empfehlen: Setzt Euch mit der HIV/AIDS-Kritik auseinander, bleibt aber nicht dabei stehen. Besonders dann nicht, wenn Du selbst betroffen bist.

Mangels anderweitiger Texte kann ich zum weiteren Verständnis und der Notwendigkeit einer frühzeitigen alternativen Therapie nur auf meine eigenen Texte und Sichtweisen hinweisen unter: www.helferzelle.de.

Das kann Euch nur nützen und im schlimmsten Fall das Leben retten.

Gruß Wilfried







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